Im November 2015 wurde ich zu einer jährigen Frau gerufen. Ihr Geschichte:
Sie hatte eine Fistel, Plantar am linken Fuß vor 4 Jahren gehabt. Diese wurde chirurgisch versorgt. Kurz vor der vollständigen Abheilung wollte sie an das Mittelmeer und fragte den behandelnden Arzt ob Sie denn in’s Wasser gehen könnte.
Antwort: klar, ist doch Salzwasser – gut für die Wundheilung. Dabei wurde nicht bedacht: es gibt Bakterien, Sand, kleine Tierchen die so auf dem Weg zum Wasser, im Wasser und vom Wasser usw. auf die kleine Wunde treffen. Ergebnis: sie kam nach Hause sofort in ein Krankenhaus und der Vorfuß musste Amputiert werden. „Super gelaufen“

Sie erhielt einen Druck entlastenden Schuh in leichter Spitz Fußstellung, sie entlastete den Fuß durch stärkere Belastung des anderen. Schmerzen hatte sie nicht und somit kein Warnzeichen. Ergebnis: Plantar MFK1 nun auch ein Defekt.

Sie erhielt nun für diesen Fuß einen Vorfußentlastungsschuh.

4 Jahre ging Sie nun regelmäßig in verschiedene Wund Sprechstunden. Ambulant wie Stationär. In den Klinik Berichten war zu lesen von einer Polyneuropathie unklarer Genese.
Sie wurde immer immobiler. Auto verkauft. Krankenkasse war der Rollstuhl genehmigt. Sie sah die Prophezeiung des letzten behandelnden Arztes in Erfüllung gehen: „ich werde Ihnen beide Füße wohl demnächst amputieren müssen“ und die behandelnden „Wund Experten“: wenn Sie einen finden, der das zubekommt, dann sagen Sie uns bescheid……

Sie befragte Ihre Krankenkasse – AOK die Gesundheitskasse nach externen Wund Experten, aber der/die Sachbearbeiter kannten niemanden und Kollegen fragen ging wohl gerade nicht.
Sie stellte den Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung und erhielt die Pflegestufe 1. Denn mittlerweile benötigte Sie aufgrund der Wundsituation Hilfe im Bereich der Körperpflege, der Mobilität und Hauswirtschaft.
Ein gutes hatte der Besuch des med. Dienstes der Krankenversicherung Niedersachsens, die Gutachterin kannte und empfahl mich bezüglich der Wundversorgung.

Sie benötigte dringendst eine bessere Schuh Versorgung. Wie das hinbekommen, ohne lange Kostenvoranschläge, Genehmigungen usw.

Eine Polyneurophatie ist folge einer Erkrankung. Zum Beispiel des Diabetes. Die „unklare Genese“ ging mir nicht aus dem Kopf. Blutzuckerwerte (BZ) waren nie auffällig gewesen – immer im Norm Bereich. Daher kein Anhaltspunkt für die vielen Ärzte da weiter zu forschen bezüglich der Ursache. Ich gab Ihr eine Flasche „Fanta“ zu trinken. Ergebnis nach ca. einer Stunde: 187 mg/dl. Natürlich Medizinisch nicht korrekt, aber ein Anhalt.

Diesen Wert besprach ich deshalb mit einem Diabetologen und er stimmte mir zu, das doch nun einmal med. Fachlich korrekt zu Untersuchen. So bestellten wir Sie in seine Praxis zum Oralen Glucose Toleranztest (OGT). Ergebnis: Nüchtern 126, nach einer Stunde 272 und nach zwei Stunden 188 gaben die Diagnose: „Diabetes mellitus“ aus.

Ich machte dem Schuhmacher freundlich Druck und er lieferte schnell – regelmäßig Verbandvisiten (abtragen der Keratosen) – Schulungen bezüglich der Wundversorgung (Hydrofiber/Foam stark haftend) – Medikamente bezüglich des Diabetes. benötigt sie nicht – Schulungen bezüglich der Ernährung schon und die Botschaft: NUR MIT SCHUH WIRD GELAUFEN/GESTANDEN schafften nach 99 Tagen das Ergebnis: die Wunden waren abgeheilt.

Jetzt ist es wichtig: Kontrolle des Fußes 1x im Monat – Halbjährlich die Weich Bettung neu (Diab. Schutzschuh wurde bereits geliefert).

Bevor wir uns um die Wunden kümmerten waren Menschen „am Werke“, die nur die Defekte sahen. Keine Kommunikation bezüglich der möglichen Ursache, keine Kontrolle der Qualität, keine Aufklärung durchführten. Jeder arbeitete für sich am Problem.

Nur durch die Zusammenarbeit der Professionen wurde das Ergebnis, die Wunden sind abgeheilt, erreicht.

Zur Bezahlung:
Krankenkassen bezahlen alles? NEIN! Nur die Behandlungen der vorangegangen, die nicht zur Abheilung führten, „meinen“ Diabetologen, den Schuhmacher.
Meine Leistungen wurde nicht bezahlt. Die AOK setzt die von der Gesellschaft (über den Gesetzgeber) geforderte Umsetzung der Richtlinie, Modelle zu Entwickeln wie man Wund Experten bezahlen könnte einfach mit der Bemerkung: Modelle sind zu teuer, nicht um.
Die Deutsche BKK teilt mit: Wund Experten bezahlen? Nein, die müssen sehen wie sie sich finanzieren….
Im jetzt vorliegenden Referentenentwurf des Gesetzesentwurfes steht nix anderes zur Bezahlung – kommt also auch nix anderes.

Die Richtlinie ist 2012 in Kraft getreten. Passiert ist nix. CDU und SPD lassen die Krankenkassen gewähren. Staatsanwaltschaft schaut weg. Mit den Kassen legen die sich nicht an.

Erfreuliche Ausnahme: die DAK bezahlt im Einzelfall, nach Antrag. Mal sehen wie lange noch. Denn sie wird von der Gesellschaft, den Medien schon „beschimpft“. Zu teuer sei sie.

Linke Versorgung. Man erkennt warum die Frau Achilles Beschwerden bekam

Linke Versorgung. Man erkennt warum die Frau Achilles Beschwerden bekam

 

Rechte Versorgung: 4 Jahre alt

Rechte Versorgung: 4 Jahre alt

 

Linker Fuß nach entfernen der Keratosen

Linker Fuß nach entfernen der Keratosen

Rechter Fuß. Nach entfernen der Keratosen

Rechter Fuß. Nach entfernen der Keratosen

 

nach 99 Tagen

nach 99 Tagen

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