Informativ

Energie ist wichtig. Ob nun bei der Wundheilung oder dem vorwärts kommen mittels Tesla.

Eckart.Schuster No Comments

Schauen wir uns erst mal den Mensch an. Für die Wundheilung unerlässlich sind:

Proteine (Eiweisse). Sie sind die Grundbausteine im menschlichen Körper. Da der menschliche Organismus ist nicht in der Lage Eiweisse selbst herzustellen. Müssen also schlichtweg gegessen werden.
Die Proteine werden für die Funktionsfähigkeit des gesamten Körpers benötigt. Sie führen sehr vielfältige Aufgaben aus, die für den Organismus von grosser Bedeutung sind. Proteine stellen unter anderem das Stützwerk der Zellen und des Zwischenzellmaterials dar. Einfluss haben Proteine auch auf das Muskelwachstum. Mit ihren Bausteinen bilden sie die Muskeln. Aber auch Bänder und Bindegewebe können ohne sie nicht funktionieren.
Zudem ist der Körper nur mit einer ausreichenden Zufuhr an Proteinen in der Lage, bestimmte Stoffe im Blut und durch die Membranen zu transportieren und schliesslich im Körper zu speichern.

Vitamin C ist unerlässlich: Es unterstützt das körpereigene Immunsystem, indem es unter anderem die Bildung von wichtigen Antikörpern fördert. Die direkte Bekämpfung von Bakterien im Körper erfolgt durch weiße Blutkörperchen, welche dabei eine große Menge des Vitamins verbrauchen. Darüber hinaus wirkt es als Antioxidans und dient damit der Eliminierung von freien Radikalen im Körper und somit dem Schutz von Blutgefäßen und Organen. Auch beim Abbau von Stress und der Bildung von Kollagen, welches für die Haut und das Bindegewebe benötigt wird, ist das Vitamin notwendig.

B-Vitamine für Nerven, Blutfettwerte und Vitalität
Die Vitamine der B-Familie sind essentiell für unser Wohlbefinden und für unsere Gesundheit. Sie sind entscheidend für alle Phasen und Formen der Energieproduktion in unserem Stoffwechsel. Jede einzelne Zelle ist vom Vorhandensein ausreichender B-Vitamine abhängig. Die Wirkungen aller B-Vitamine überschneiden sich, ergänzen sich und sind miteinander verwoben.

Zink: Das Spurenelement spielt für unseren Stoffwechsel eine wichtige Rolle, denn es ist Bestandteil von über 200 Enzymen. Unter anderem ist das Spurenelement am Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel beteiligt.

Vitamin A : Beteiligt an der Synthese von Kollagen (wichtigster Faserbestandteil der Haut)

Vitamin E : Stabilisierung der Zellmembran. Antioxidans

Vitamin K : Unerlässlich für die Blutgerinnung

Eisen: Baustein von Hämoglobin = Sauerstofftransport

Kupfer: Unterstützt die Eisen Verwertung

Selen: Bestandteil von wichtigen Enzymen und Proteinen. Antioxidans

Fazit: man sollte bewusst einkaufen und seine Nahrung zusammenstellen bzw. stellen lassen. Mit nur einem „Süppchen“ ist es nicht getan. Mit der Nahrungsaufnahme stellt jeder selbst die Weichen für eine Optimale Wundheilung.

Einem Tesla müssen wir nun nicht mit oben genannten kommen. Er benötigt schlicht und einfach Strom aus der Steckdose. Mein Tesla hat eine 75 KW große Batterie und wenn ich den Strom nun aus der einfachen Haushaltssteckdose beziehen würde, ja das würde dann so runde 35 Stunden dauern. Zu lange um alle Patienten jeden Tag besuchen zu können. „Kraftstrom“ = eine 11 KW Leitung ist da schon weit besser. Abends in der Garage den Tesla angeschlossen ist er Morgens aufgeladen. Die Empfehlung lautet für das tägliche laden 80% der Kapazität aus zu nutzen. Anders ausgedrückt: gute 400 Kilometer Reichweite. Die reichen auch „dicke“ um den gesamten Arbeitstag mit dieser Strom Ladung aus zu kommen. So meine Erfahrung nach einem Monat und es waren alle benötigten Strecken in der Region enthalten. Also teilweise bis 300 Km Tagestour und ich hatte noch mindestens 50 Km Reichweite. Geht es in andere Bundesländer, so stehen sogenannte Supercharger gut positioniert am „Wegesrand“ der Autobahnen. Innerhalb einer halben Stunde hat die Batterie wieder Kraft für gute 300 Kilometer. 30 Minuten um mal einen happen Essen/Trinken, auf das WC, sich mit den Hunden die Beine vertreten…also langweilig wird einem nicht. Nicht zu vergessen die doch Interessanten Gespräche mit anderen Tesla Fahrern.
Da auf dem großen Touchbildschirm man sich die Stationen anzeigen lassen kann, inklusive aktueller Belegung gibt es (gab es bisher) keine Wartezeiten an den Ladestationen. Dabei werden alle Stationen angezeigt die man erreichen kann.

Gemeinsames? Ja! Wie bei der Nahrungsaufnahme sollte man auch bei der Stromaufnahme doch darauf achten, Qualität zu wählen bzw. aus was der Strom gewonnen wird. Zuhause beziehen wir zu 100% Ökostrom und somit nicht aus Kohle oder Atom gewonnen.

Wie sich das ganze auf der Langstrecke ist? Ja das kann jeder auf Ciao-bella-sardegna.de nachlesen. Ab dem 29.09.2017. Ich freue mich schon riesig! Und die Frage: „was wenn kein Supercharger in der Nähe ist (?) beantwortet sich dann auch. Denn noch wird er auf Sardinien in Olbia gebaut. Viel zu weit weg um mal eben von der Westküste…..Ich bin gespannt.

Was hat die Heilung einer chronischen Wunde und das Fahren eines Tesla’s gemeinsam?

Eckart.Schuster No Comments

Nun, beide müssen sehr gut gepflegt werden. Dazu gehört natürlich die Reinigung. Verbandwechsel ohne Reinigung? Gibt es doch gar nicht! Leider viel zu oft. Gründe sind zum einem: großer Zeitdruck des ausführenden (schlechte Bezahlung / auch wenn die Politik es uns gerade jetzt wieder anders erzählt: sie hätten es in der Hand zu ändern und tun es nicht!) und eine falsche Interpretation von guten und bösen Bakterien. Da wird schon mal erzählt: „ich habe gerade in einem Vortrag des Experten (xy) gehört, es gibt auch gute Bakterien und wir sollen keine Wundspüllösungen verwenden. Wasser reicht aus.

Anmerkung: kein Mensch (ob nun Experte oder nicht) kann bei einem Verbandwechsel aktuell die (auf jeden Fall vorhanden) Bakterien „klassifizieren“. Mit bloßem Auge geht sowas nicht. Bei vorhanden sein von Wundgeruch kann man eine Vermutung anstellen. Aber auch ohne Wundgeruch: Bakterien sind immer da. Welche? Nur „gute“ wenn es „nicht riecht“? Benötigt: Abstrich, Laboruntersuchung. Also es dauert bis zum Ergebnis.  Keine Wunde wird durch den Einsatz von Wundspüllösungen steril….da bleibt immer was übrig. Ich habe gelernt (1978): die Narbe eines frisch Operierten, gerade aus dem OP gekommen und dort der Verband aufgebracht, ist nach 3 Stunden bereits mit Bakterien schön besiedelt. Zu wenige Bakterien, so glaube ich, ist nicht das Problem.

 

Langsam, aber stetig verbessernd. Da Ursache ( Vaskulitis bei CVI ) nicht komplett ausschaltbar.

Auch ein Tesla möchte gepflegt und gewartet werden. Klar, wie bei der Wundheilung gibt es 3 Möglichkeiten: Vorwärts, Stillstand, Rückwärts. Und Vorwärts auch nur ein Gang. Aber der Verbrauch des Stroms ist hier wesentlich abhängig von vielen Faktoren. Zum Beispiel des Reifenluftdruckes. Ich habe gemerkt: schon das Fehlen von 0,3 Bar im Reifen macht sich bemerkbar. Von 3,1 runter auf 2,8 und er rollte nicht so richtig gut und lenken ging auch nicht wie gewohnt.

Merke: nur wer gründlich, gewissenhaft alles Notwendige durchführt. Der wird optimale Ergebnisse erzielen.

Der Unterschied? Ja, bei der Wundspüllösung gibt es eine Einwirkungszeit zu beachten und Reifen Pflege: habe ich den Luftdruck wieder korrekt: Kappe drauf und weiter kann es gehen/fahren 🙂 .

Die erste Woche mit meinem neuen „Mitarbeiter“, dem Tesla (Bella macchina nera).

Eckart.Schuster No Comments

So wie ich es mir gedacht habe.
Sportlich im erlaubten. Ein anderer Fahrer eines Tesla brachte es auf den Punkt als er sagte. Wenn ich bei Grün losfahre und in den Rückspiegel schaue, ja dann frage ich mich: „bin ich doch schon bei Rot losgefahren?“ Alle anderen scheinen noch zu stehen.
Reichweite wie gedacht. Die Arbeitstouren umfassten bis zu 250 Kilometer. Bella macchina nera gab an noch bis zu 200 Kilometer bewältigen zu können. Dabei ist die Batterie morgens bei 80% geladen (Empfehlung von Tesla bezüglich der Batterie Lebenszeit – Info: diese und der Antrieb Garantie von 8 Jahren ohne Kilometerbegrenzung)
Geht es dann wie am Freitag noch auf Tour sind die Supercharger von Tesla bestens positioniert gewesen. Man kann sie sich auf dem Bildschirm zeigen lassen, die Anzahl der Ladestationen und wie viele davon besetzt. Bisher nutzte ich sie 7 mal und es waren immer mehr als 5 Frei. Nach 20 bis 30 Minuten geht es weiter. Neben kleinen Spurt Einlagen bis 180 und dann rollen lassen auf den eingestellten Wert im Tempomat 130. Autopilot Funktionen hat meine bella macchina nera nicht. Müsste ich freischalten lassen. Hardware ist verbaut, Software drin.

Erster Eindruck: sehr guter Mittelklassewagen und ich habe schon viel Strom beim Kauf bezahlt, da Supercharger frei sind. Für meine bella macchina nera so lange, wie sie mit mir zusammen ist.

Zweiter Eindruck: großer Computer mit 4 Rädern und was macht so ein Computer? Er „hängt“ sich schon mal auf. Wie beim Home PC, nicht alles, sondern einzelne Programme. Auf der Fahrt in den Kölner Raum kurz vorm Ziel „versucht die weibliche Ansage stimme >das „fahren Sie jetzt Rechts“ < mit einem neuen Weltrekord in schnell hintereinander aufsagen auf zu stellen. Ich versuche das ganze abzubrechen mit dem Abbruch der Navigation. Das lässt die Ansagerin kalt. Sie macht weiter. Ich versuche zu Telefonieren. Der Ruf unterbricht die Ansagerin. Aber sie hat nur auf das Auflegen gewartet. Sofort geht es weiter mit der Ansage. Wir stellen am Ziel das Auto ab und (?) am nächsten Morgen war alles wieder gut.

Was sagen meine Patienten? Sie freuen sich. Vor allem die in Hannover. Auch Sie hatten schon Sorge, ich könnte nicht mehr kommen auf Grund eines Diesels Fahr Verbotes. Natürlich erst nach der Wahl……

Neuen „Mitarbeiter“ eingestellt

Eckart.Schuster No Comments

Vorgestern war es soweit. Ich fuhr mit der Bahn nach Hamburg um von dort mir meinen neuen Mitarbeiter ab zu holen. Grund: die ganze Diesel Affäre geht mir auf den Keks. Ich hatte einen Diesel (Norm 6) und bin mir trotzdem nicht sicher. Kann ich damit in die Stadt Hannover auch die nächsten Jahre fahren? Versprechungen vor der Wahl haben nach der Wahl keinen Wert. Auch haben die Gerichte mittlerweile mit zu reden. Man könnte da nun sagen, schön für die Politiker, haben Sie einen schuldigen. Nur so einfach ist es ja auch nicht. Gesundheit geht vor Gewinn!

Aus Hannover und Umgebung kommen nicht die Patienten zu mir, ich muss dort hin! Und ich habe viele Patienten in und um Hannover. So entschied ich mich: Rexton verkaufen – Tesla kaufen. Denn unter einer Reichweite von 450 Kilometer macht es keinen Sinn.

Das vorkonfigurierte, Schwarze Model S 75 war nun in Hamburg angekommen. Mit 22 Kilometer musste er bisher nicht viel selbst sich bewegen. Vom Westen Amerikas (so glaub ich) nach Hamburg. Das tun wir jetzt ändern. Er kann sich auf über 6000 Kilometer im Monat einstellen. Und ich auf was absolut neues. Denn nicht nur der Antrieb ist neu. Ich habe das Gefühl, ich sitze in einem großen Computer welcher auf 4 Rädern ist. Allerdings, theoretisch wäre dies auch in jedem „Verbrenner“ möglich. Nur die bauen ja doch lieber noch „Tacho Scheibe mit Nadel“ usw.

Gestern war nun „Arbeitsbeginn“. 220 Kilometer durfte er mich begleiten. Ein gut aufgeräumtes Büro. Telefonieren, aus dem Kalender die Navigation aufrufen, kein Problem. Laden? Ne musste ich zwischendurch nicht. Er hätte noch weitere 195 Kilometer mit mir ausgehalten. Abends in der Garage dann Futter (Strom) gegeben.

Heute war „Familien Tauglich“ einrichten angesagt.

Wie es sich mit einem E-auto arbeiten lässt, das werdet Ihr immer wieder hier lesen können. Zusammen mit den anderen Infos rund um die Wunde.

Kalender – Veranstaltungen – Event auf meiner Homepage

Eckart.Schuster No Comments

Einige habe es schon gesehen. Da gibt es den Button Kalender. Dahinter verbirgt sich, wie zu vermuten ist, ein Veranstaltungskalender. Gibt es bei mir so viele Veranstaltungen zu hinterlegen? JA! Weil:

Jeder Arbeitstag ist doch als ein Event zu betrachten. Wie oft habe ich mir bei den Hausbesuchen gesagt, „darüber müsste ich Berichten“. Nur gab es halt keine abgeschlossene Wundheilung, so wurde es fallen gelassen. Auch kann man nicht einfach Wundversorgung, die Problematik mit den Krankenkassen bezüglich Verträge und Genehmigungen, die Zusammenarbeit mit den benötigten Professionen so einfach aufgliedern. Es passiert alles zusammen, an einem Arbeitstag. Dabei wird gelacht und getrauert. Da ist man fröhlich und traurig. Mal wütend, zornig oder nachsichtig. Und immer ging es am Anfang um eine Wunde.

Der Arbeitstag wird zum Event und so kündige ich nicht die Veranstaltung an. Sondern berichte von Ihr. Manche nennen das Tagebuch. Mal mit Bild, mal ohne. Über alles, was mit meiner Tätigkeit zu tun hat. Ob nun in der Praxis alles „rund“ läuft oder unterwegs das Auto „schlapp“ macht. Im Kalender könnt Ihr es nachlesen.

WIR können das GEMEINSAM erreichen! BERICHT ÜBER DIE NOTWENDIGE ZUSAMMENARBEIT

Eckart.Schuster No Comments

Im November 2015 wurde ich zu einer jährigen Frau gerufen. Ihr Geschichte:
Sie hatte eine Fistel, Plantar am linken Fuß vor 4 Jahren gehabt. Diese wurde chirurgisch versorgt. Kurz vor der vollständigen Abheilung wollte sie an das Mittelmeer und fragte den behandelnden Arzt ob Sie denn in’s Wasser gehen könnte.
Antwort: klar, ist doch Salzwasser – gut für die Wundheilung. Dabei wurde nicht bedacht: es gibt Bakterien, Sand, kleine Tierchen die so auf dem Weg zum Wasser, im Wasser und vom Wasser usw. auf die kleine Wunde treffen. Ergebnis: sie kam nach Hause sofort in ein Krankenhaus und der Vorfuß musste Amputiert werden. „Super gelaufen“

Sie erhielt einen Druck entlastenden Schuh in leichter Spitz Fußstellung, sie entlastete den Fuß durch stärkere Belastung des anderen. Schmerzen hatte sie nicht und somit kein Warnzeichen. Ergebnis: Plantar MFK1 nun auch ein Defekt.

Sie erhielt nun für diesen Fuß einen Vorfußentlastungsschuh.

4 Jahre ging Sie nun regelmäßig in verschiedene Wund Sprechstunden. Ambulant wie Stationär. In den Klinik Berichten war zu lesen von einer Polyneuropathie unklarer Genese.
Sie wurde immer immobiler. Auto verkauft. Krankenkasse war der Rollstuhl genehmigt. Sie sah die Prophezeiung des letzten behandelnden Arztes in Erfüllung gehen: „ich werde Ihnen beide Füße wohl demnächst amputieren müssen“ und die behandelnden „Wund Experten“: wenn Sie einen finden, der das zubekommt, dann sagen Sie uns bescheid……

Sie befragte Ihre Krankenkasse – AOK die Gesundheitskasse nach externen Wund Experten, aber der/die Sachbearbeiter kannten niemanden und Kollegen fragen ging wohl gerade nicht.
Sie stellte den Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung und erhielt die Pflegestufe 1. Denn mittlerweile benötigte Sie aufgrund der Wundsituation Hilfe im Bereich der Körperpflege, der Mobilität und Hauswirtschaft.
Ein gutes hatte der Besuch des med. Dienstes der Krankenversicherung Niedersachsens, die Gutachterin kannte und empfahl mich bezüglich der Wundversorgung.

Sie benötigte dringendst eine bessere Schuh Versorgung. Wie das hinbekommen, ohne lange Kostenvoranschläge, Genehmigungen usw.

Eine Polyneurophatie ist folge einer Erkrankung. Zum Beispiel des Diabetes. Die „unklare Genese“ ging mir nicht aus dem Kopf. Blutzuckerwerte (BZ) waren nie auffällig gewesen – immer im Norm Bereich. Daher kein Anhaltspunkt für die vielen Ärzte da weiter zu forschen bezüglich der Ursache. Ich gab Ihr eine Flasche „Fanta“ zu trinken. Ergebnis nach ca. einer Stunde: 187 mg/dl. Natürlich Medizinisch nicht korrekt, aber ein Anhalt.

Diesen Wert besprach ich deshalb mit einem Diabetologen und er stimmte mir zu, das doch nun einmal med. Fachlich korrekt zu Untersuchen. So bestellten wir Sie in seine Praxis zum Oralen Glucose Toleranztest (OGT). Ergebnis: Nüchtern 126, nach einer Stunde 272 und nach zwei Stunden 188 gaben die Diagnose: „Diabetes mellitus“ aus.

Ich machte dem Schuhmacher freundlich Druck und er lieferte schnell – regelmäßig Verbandvisiten (abtragen der Keratosen) – Schulungen bezüglich der Wundversorgung (Hydrofiber/Foam stark haftend) – Medikamente bezüglich des Diabetes. benötigt sie nicht – Schulungen bezüglich der Ernährung schon und die Botschaft: NUR MIT SCHUH WIRD GELAUFEN/GESTANDEN schafften nach 99 Tagen das Ergebnis: die Wunden waren abgeheilt.

Jetzt ist es wichtig: Kontrolle des Fußes 1x im Monat – Halbjährlich die Weich Bettung neu (Diab. Schutzschuh wurde bereits geliefert).

Bevor wir uns um die Wunden kümmerten waren Menschen „am Werke“, die nur die Defekte sahen. Keine Kommunikation bezüglich der möglichen Ursache, keine Kontrolle der Qualität, keine Aufklärung durchführten. Jeder arbeitete für sich am Problem.

Nur durch die Zusammenarbeit der Professionen wurde das Ergebnis, die Wunden sind abgeheilt, erreicht.

Zur Bezahlung:
Krankenkassen bezahlen alles? NEIN! Nur die Behandlungen der vorangegangen, die nicht zur Abheilung führten, „meinen“ Diabetologen, den Schuhmacher.
Meine Leistungen wurde nicht bezahlt. Die AOK setzt die von der Gesellschaft (über den Gesetzgeber) geforderte Umsetzung der Richtlinie, Modelle zu Entwickeln wie man Wund Experten bezahlen könnte einfach mit der Bemerkung: Modelle sind zu teuer, nicht um.
Die Deutsche BKK teilt mit: Wund Experten bezahlen? Nein, die müssen sehen wie sie sich finanzieren….
Im jetzt vorliegenden Referentenentwurf des Gesetzesentwurfes steht nix anderes zur Bezahlung – kommt also auch nix anderes.

Die Richtlinie ist 2012 in Kraft getreten. Passiert ist nix. CDU und SPD lassen die Krankenkassen gewähren. Staatsanwaltschaft schaut weg. Mit den Kassen legen die sich nicht an.

Erfreuliche Ausnahme: die DAK bezahlt im Einzelfall, nach Antrag. Mal sehen wie lange noch. Denn sie wird von der Gesellschaft, den Medien schon „beschimpft“. Zu teuer sei sie.

Linke Versorgung. Man erkennt warum die Frau Achilles Beschwerden bekam

Linke Versorgung. Man erkennt warum die Frau Achilles Beschwerden bekam

 

Rechte Versorgung: 4 Jahre alt

Rechte Versorgung: 4 Jahre alt

 

Linker Fuß nach entfernen der Keratosen

Linker Fuß nach entfernen der Keratosen

Rechter Fuß. Nach entfernen der Keratosen

Rechter Fuß. Nach entfernen der Keratosen

 

nach 99 Tagen

nach 99 Tagen

Beginn einer Wundbehandlung

Eckart.Schuster No Comments

Sie möchten durch uns beraten werden und wohnen in der Stadt/Region Hannover oder den Landkreisen Nienburg, Verden, Diepholz?

Dann ist es eigentlich kein Problem!

Als erstes müssen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen. Auf uns aufmerksam geworden sind Sie ja, weil aktuell Ihre Wundheilung nicht den Verlauf zeigt, den Sie sich wünschen. Dies sollten Sie nun mit Ihrem Arzt besprechen und ihm vorschlagen einen Wundexperten hinzu zu ziehen.

Bei Einverständnis sollte der Arzt einem „Überweisungsschein“, (z.B. ein Rezept) dies fixieren.

Nun können Sie uns beruhigt Kontaktieren – 04257 983 252. Am besten zwischen 08:00 und 12:00 Uhr. Unser Sekretariat  vereinbart mit Ihnen einen Termin.

Was wird benötigt?

Wir benötigen Berichte von Krankenhausaufenthalten, Ihre aktuelle Medikation und wenn Sie Schmerzen haben, eine Übersicht über den aktuellen Schmerzstatus. Sie wissen nicht wie man diesen Status erhält?

Ganz einfach!

4x am Tag stellen Sie Ihren Schmerz anhand einer Zahl zwischen „0“ und „10“ fest. Die Zahl „0“ bedeutet: alles Super, ich habe keinen Schmerz! Die Zahl „10“ bedeutet: einen stärkeren Schmerz kann ich mir nicht vorstellen!

Tragen Sie also die Zahl ein, die Ihrem persönlichen Schmerzzustand zu  Zeitpunkt des Notierens am nächsten kommt. Notieren Sie dabei, ob Sie ein Schmerzmedikament eingenommen haben: Name des Medikamentes und Dosis und natürlich die Uhrzeit.

Dies wäre super, wenn wir das beim ersten Treffen erfahren würden bzw. zu lesen hätten.

Alles was wir im Bezug der Wundbehandlung besprechen erfährt auch ihr Arzt!

Schlecht heilende  Wunden haben sehr unterschiedliche Ursachen. Diese müssen eindeutig definiert werden. Hier nun die vielen daraus resultierenden unterschiedlichen Maßnahmen auf zu listen, sprengt den Rahmen der notwendigen Information an dieser Stelle.

Darüber also mehr, wenn wir uns sehen.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

Die Praxis stellt sich vor

Eckart.Schuster No Comments

Ab Mitte des Jahres 2016 wird das mobile Wundzentrum auch „heimisch“! Nicht das wir nicht mehr zu Ihnen kommen. Das geschieht weiterhin! Aber unser Angebot wird erweitert. 2 modern ausgestatte Behandlungsräume bieten Möglichkeiten, die wir bei Ihnen nicht vorfinden können. Zum Beispiel in der Durchführung von Untersuchungen wie die Dopplersonographie (wir ermitteln den Wert, der Auskunft gibt, über die arterielle Durchblutung in den Füßen). Demnächst also an dieser Stelle mehr über das erste Wundzentrum im Landkreis Nienburg!

Ursache im Griff = Wundheilung kein Problem Beispiel: Wundheilungsstörung bei Genu Varum

Eckart.Schuster No Comments

Im Frühjahr 2014 meldete sich ein junge Frau bei meinen Sekretärinnen. Ihr Mann hätte eine Wunde seit über einem Jahr unterhalb des linken Knie. Hausarzt, Krankenhaus der Stadt und eine Uniklinik hätten sich bereits daran „versucht“. Nun führe Sie täglich einen Verbandwechsel durch und es würde sich nicht bessern. Die Hausarztpraxis hätte grünes Lich gegeben und ich sollte mir das einmal anschauen.

Genu Varum = https://de.wikipedia.org/wiki/Kniefehlstellung

Am ersten Termin wurde nun folgendes berichtet.

  • Männlich, Jahrgang 70. Sommer 2011 Umstellungsosteotomie (OP:ein Stück Knochen wurde entfernt und Fixation mittels Metallplatte.
  • Komplikationslose Heilung mit anschließender Reha

Mit Aufnahme der Berufstätigkeit begannen die Probleme (Fleischerei: 10 Stunden stehen!) Starke Schmerzen (VAS 7) Vorstellung Krankenhaus.

Abhilfe sollte die Operation: Entfernung der Metallplatte im Frühjahr 2013 bringen. Es kommt nun zu einer Wundheilungsstörung. Natürlich beginnt man mit Braunovidonverbänden. im Schreiben des Krankenhauses ist zu lesen, die Ursache für die schlechte Wundheilung ist unklar. Diabetes? Makro/Mikroangiopathie? Immer wieder Verweis auf Nikotinabusus. MRT Untersuchung  ergab (natürlich) keinen Anhalt.

Versuch einer Hauttransplantation Sommeranfang scheiterte. Man äußerte die Befürchtung, dass der Patient eine Autoimmunerkrankung haben könnte. Damit Überweisung an die Uniklinik. Feststellung: das ist Quatsch! Versuch mittels Gips Stabilität dem Unterschenkel zu geben scheitert und bringt (da auslaufend im Oberschenkel) zusätzlich eine Wunde in der Kniekehle. Dieser Wundzustand blieb bestehen bis Vorstellung 11.03.2014.

Aufnahme Aufnahme-ÜbersichtEs ist eigentlich gut zu sehen.

Sobald der Patient sich hinstellt geht sein Gewicht/Druck nicht auf den Fußboden – sondern genau dorthin wo sich der Defekt befindet.

Daher war es nun umbedingt notwendig diesen Druck zu mindern bzw. in seinem Lauf zu ändern.

Bisher war dies nicht geschehen

 

 

 

 

 Die Lösung:Die Lösung Mittels eines Kompressionsverbandes bestehend aus: Polsterung Watte, Wirkbinde und selbshaftender Kurzzugbinde brachten wir Stabilität in das Knie. Die Wunde selbst wurde nach gründlicher Reinigung der Wunde UND Umgebung mit Octenisept und sterilen Kompressen mittels Hydrogel (da sehr trocken) und Schaumverband versorgt.

Nicht jeder Verband wurde von mir durchgeführt. Die Ehefrau wurde das Procedere gezeigt und ich besuchte den Patienten zu jedem 7. Verbandwechsel. Anfangs (1. Woche) war der Verbandwechselintervall jeden 2. Tag, ab der 2. Woche jeden 3. Tag. Bei Problemen hätten natürlich die beiden mich vorzeitig Kontaktieren können. Dies war zu keinem Zeitpunkt der Fall.

Am 72. Tag nach Behandlungsbeginn war die Wunde abgeheilt. Wichtig: Die Bandagierung musste solange fortgeführt werden bis eine entsprechende Maßanfertigung diese ersetzte.

72. Tag nach Aufnahme

Vergütung? Die Krankenkasse (AOK) hat natürlich all benötigten Verbandstoffe bezahlt. So wie es der Gesetzgeber es vorsieht. Sie hat sicherlich auch die Leistungen vor meiner Tätigkeit bezahlt. Meine Leistung hat Sie NICHT bezahlt. Denn Sie möchte die Richtlinie § 63 Abs. 3c SGB V einfach nicht umsetzen. Anträge stellte ich bereits genügend. Machen das alle Krankenkassen so? NEIN.

Mit LASER Wunden heilen?

Eckart.Schuster No Comments

Seit gut einem Monat bin ich nun im Besitz des Lasergerätes „DYOS“, einem DIODENLASER. Natürlich ist man skeptisch. Immerhin kostet das Gerät ein „Sümmchen“ und die Krankenkassen bezahlen zwar mittlerweile (sehr selten) den Wundexperten, aber eine Laserbehandlung nicht. Also eine sogenannte „Igelleistung“, vom Patienten selbst zu tragen. Werden Sie? So werde ich gefragt.

Natürlich wird die Laserbehandlung nicht immer den Wundheilungsverlauf positiv beeinflussen. Meine ersten Erfahrungen sind gut. Patienten geben eine deutliche Schmerzreduktion an. „ich kann mein Bein sofort mit auf das Bett legen und durchschlafen, das konnte ich nie“ so eine Patientin, die bei der ersten Laserbehandlung (Fußrücken bei PAVK) auf einmal in Ihrem großen Zeh Wärme spürte. Der gesamte Fuß wurde warm. Dies hält bis zum abend an, so berichtet Sie. Ein anderer Patient sagt, “ sie können ruhig richtig auf der Wunde reinigen so viel Sie wollen. Es tut nicht mehr weh!“

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Vor erster Behandlung am 15.09.2014 Wundfläche 6,97 cm²

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Nach zwei Behandlungen. Wundfläche 5,87 cm²

Aber nicht jede Anwendung hat diesen Erfolg. Erfahrung sammeln heißt es.

Wirtschaflichkeit: ich biete den Patienten, wo ich glaube, das es sinnvoll ist die Behandlung durch zu führen, zum testen an. Nach 3 Behandlungen wird gemeinsam reflektiert.

Bei Erfolg wird die Behandlung weiter durchgeführt. Der Patient ist bisher immer bereit gewesen dann auch für eine Behandlung 10 Euro zzgl. der gültigen Mehrwertsteuer (rückwirkend ab erste Behandlung) zu bezahlen.

Behandlungsdauer aktuell 60 sec. pro cm². Abstand des Lasergerätes zur Hautoberfläche je empfinden zwischen 6 und 10 cm.

Wird keine Besserung festgestellt, so brechen wir die Behandlung ab. Der Patient muss dann für die durchgeführten Laserbehandlungen nichts bezahlen.
Zusammenfassend (Übernahme/Auszug des Berichtes aus der Zeitschrift „Wundmanagement“ 8. Jahrgang 5/2014 Neues aus der Industrie Seite 263 und 264):
Die Behandlung mit dem Diodenlaser DYOS ist eine adjuvante Regulationstherapie und wird lokal bei vielen Indikationen der Wundbehandlung sowie bei der Schmerztherapie angewendet.
Der Begriff LASER steht für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“ (übersetzt = Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung).
Durch die optimierte Laser-Wellenlänge 810 Nanometer können auch tiefliegende Gewebeschichten problemlos erreicht werden. Bei der Behandlung mit dem DYOS-Laser wird die abgegebene Laserstrahlung im Gewebe absorbiert und in biochemische Energie umgewandelt. Die Zellen werden durch die Bestrahlung stimuliert und es kommt zu einer erhöhten ATP-Produktion (ATP oder Adenosintriphosphat ist der Energielieferant jeder Zelle). Diese bewirkt neben der Beschleunigung der Zellproliferation (Wachstum und Vermehrung der Zelle) auch eine enorme Verbesserung des Zellstoffwechsels. Die erhöhte Aktivität der Zellen und die Einflüsse der Biostimulation führen zu vielen positiven Effekten.
Der Diodenlaser DYOS kann mobil vor Ort bei Betroffenen, als auch im Behandlungsraum einer Praxis eingesetzt werden. Das heißt, es wurde ein Laser entwickelt, der ein sicheres und präzises Arbeiten bei größtmöglicher Flexibilität und Mobilität ermöglicht.
Beispielindikationen sind Wundheilungsstörungen (offene Wunden, Ulcus cruris (s. Abb.), Dekubitus), Schmerzlinderung bei Gelenk- und Muskelschmerzen, Tendopathien (Sehnenleiden), Durchblutungsstörungen, entzündliche, rheumatische Erkrankungen, Nagelmykosen, Herpes labiales oder Lymphödeme
Vorteile für die Patienten liegen in der Beschleunigung der Wundheilung durch Neubildung von Bindegewebe und Reepithelisierung, Schmerzlinderung durch Beeinflussung der Biomeditatoren und Stimulation der Endorphinausschüttung, Erhöhte Sauerstoffanreicherung im Gewebe, Verbesserung der lymphatischen und venösen Mikrozirkulation, Entzündungshemmung und Verminderung des Infektionsrisikos.
Bei chronischen Wunden spielen Streptokokken und Staphylokokken eine große Rolle, da sie im Wundareal einen hervorragenden Nährboden vorfinden. Z. B. ist bei dieser Ansiedlung von Bakterien der Staphylococcus aureus und gefolgt von Pseudomonas aeruginosa am häufigsten vorzufinden. Selbst die in der Wunde tief sitzenden Streptokokken in ß-hämolysierender Form bereiten eine verzögernde Wundheilung, da sie die Erythrozyten zerstören.
Durch die optimierte Laserwellenlänge können tiefliegende Gewebeschichten problemlos erreicht werden. Diese Lasereinwirkung hat einen zerstörenden Prozess auf alle Bakterien, die zu einer Verzögerung der Wundheilung beitragen.

So bitte nicht. Solch „arbeiten“ macht mich wütend!

Eckart.Schuster No Comments

ist denn da schon "Knie"?

benötigt der Patient weitere Ulcera?

benötigt der Patient weitere Ulcera?

Kontrolle arterielle Durchblutung noch möglich?Gibt man in Google das Wort „Kompressionsverband“ ein, so erhält man unzählige Informationen darüber. Selbst kleine Filme, wo das korrekte Anlegen gezeigt wird sind gleich auf der ersten Seite platziert.

Liebe Wundexperten der nachfolgenden nun Dokumentierten „Arbeit“. Schaut doch noch mal in Eure Unterlagen bzw. so einen kleinen Film an. Wundexperten? Ja, lt. Patient wiesen sich damit aus (Reha Einrichtung).

Dekubitus am Gesäß mit Unterminierung

Eckart.Schuster 2 comments

Bei immobilen Patienten besteht die Gefahr eines Druckgeschwürs zu bekommen sehr schnell.  Wie bereits aus dem Namen ersichtlich, Druck ist die Ursache! Entsteht er bei Menschen, die wo auch immer, gepflegt werden müssen aufgrund eigener fehlender Mobilisationsmöglichkeit, ist von einem Pflegefehler aus zu gehen. Die Schädigung des Gewebes entsteht in der Tiefe und nicht auf der Hautoberfläche. Die sichtbaren Schäden sind daher nur als  die „Spitze des Eisberges“ anzusehen. Tastet man die Haut ab, so wird man Verhärtungen ertasten, die im schlimmsten Fall bereits Nekrosen (abgestorbenes Gewebe) sind. Der Organismus wird, bei entsprechender Unterstützung, bestrebt sein, diese “ los zu werden“. Der sichtbare Defekt ist also wesentlich kleiner als das gesamte Ausmaß der Schädigung.

Informationen zum Dekubitus:

http://www.pflegewiki.de/wiki/Dekubitus  –

http://www.wiso.hs-osnabrueck.de/fileadmin/users/774/upload/ExpertenstandardDekubitusprophylaxe_Akt.pdf

Ich wurde nun zu einem Patienten gerufen mit einem Dekubitus am Gesäß.

die blauen Striche Kennzeichnen das gesamte Ausmaß der Schädigung

die blauen Striche Kennzeichnen das gesamte Ausmaß der Schädigung

 

Der/die Betroffene wurde zu Hause betreut. Den Dekubitus „brachte er/sie von einem Krankenhausaufenthalt mit“. Tagsüber wurde nun aller 2 bis 4 Stunden gelagert. Bedingt durch eine eingeschränkte Hirnleistung war er/sie nicht in der Lage sich selbst zu lagern. Ab ca. 22.30 Uhr bis 06.00 Uhr fanden keine Lagerungen statt. Es bestand eine Urin- und Stuhlinkontinez. Urin wurde über einen Silikonblasenverweilkatheter/Katheterbeutel kontinuierlich abgeleitet. Stuhlgang regelmäßig, breiig in saugende Inkontinenzprodukte. Als weiteres Hilfsmittel war eine Wechseldruckmatratze vorhanden. Da es aus der Wunde öfters blutete, hatte man eine Alginatkompresse (10x10cm) eingelegt (Alginate wirken u.a. Blutstillend) und den Defekt mit einem Hydrokolloid (dem Exsudataufkommen völlig unzureichend) abgedeckt. Reinigung des sichtbaren erfolgte mit Octenisept.

Das Ausmaß der Unterminierung wird mittels VISITRAK Depth (Fa. Smith&Nephew) ermittelt

Das Ausmaß der Unterminierung wird mittels VISITRAK Depth (Fa. Smith&Nephew) ermittelt

Als Ursache für die Blutungen sah ich die Scherkräfte an, die bei den Lagerungen auftraten. Der/die Ausführende war wie der/die Betroffene selbst bereits über 80 Jahre alt. Unterstützung erfolgte 2 mal am Tag durch einen Pflegedienst. Keine weiteren Angehörige. Ich änderte die Vorgehensweise des Verbandwechsel wie folgt ab:
Die gesamte Unterminierung wurde mit NaCl 0,9% gespült. Hierzu benutzte/verordnete ich das Produkt Freka Drainjet, welches in einem Gebinde zu 60ml Bags (Verpackungsgebinde 10 Stk.) gibt und vor Benutzung auf Körpertemperatur erwärmt werden sollte. Um „in jede Ecke“ der Unterminierung zu kommen bzw. zu erreichen wurde ein Einmalfrauenkatheter Ch. 14 dem Bag aufgesteckt. Alginate fallen in sich zusammen, werden zu einem „Klumpen“ der nicht förderlich wirkt und so ersetzte ich dies mit dem Hydrofiber Aquacel Ag [Extra] (Anfangs wurde die Größe 20×30 cm benötigt!), aufgeschnitten zu einer großen Tamponade. Dies wurde nun locker eingebracht. Wundsekret muss ablaufen können. Abdeckung entsprechend Exsudataufkommen, mit Superabsorber beginnend bis zum Schluss mittels Aquacel Foam Adhäsiv Sakral, bzw. 10×10 cm. Intervall der Verbandwechsel von aller 2 Tage bei Beginn bis zum Schluss aller 5 Tage.

7 Monate später

7 Monate später

8 Monate später

8 Monate später

Die kontinuierliche, über 24 Stunden umfassende, Druckentlastung war/ist aber das wichtigste! Das nicht lagern in der Zeit von ca 22.30 Uhr bis Morgens fand ich als viel zu lang. Pflegekräfte konnten aber nicht in dieser Zeit das notwendige übernehmen. Auch empfand ich die Entlastung des Angehörigen über den Tag im Bezug auf die Lagerung als sehr wichtig an. So machte ich mich für den Einsatz eines Seitenlagerungssystem stark und konnte nach gut 2 Monaten es im Einsatz „bewundern“. Aller 2 Stunden wurde nun automatisch der Körper Links 20 Grad/Rücken/Rechts 20 Grad gelagert. Ja, es hat gedauert bis der Antrag „durch“ war. Die Firma, die das Kostenangebot- das dafür notwendige – erarbeitet hatte, kam dabei nicht zum Zug. Die Kassen lassen einen arbeiten ohne die Leistungen zu bezahlen. Aber das ist ein anderes Thema….
Nun, profitiert hat natürlich der/die Betroffene. 9 Monate hat es insgesamt gedauert. Das Seitenlagerungssystem bleibt weiterhin im Einsatz. Abschluss

Hinterfragen, Anschauen lohnt sich (Diabetischer Fuß)

Eckart.Schuster No Comments

„Herr Schuster, Sie müssen mal schauen ob ich am Linken Fuß eine Wunde habe. Ich selbst sehe keine, aber ich habe starke Schmerzen am Fußballen.“ So begrüßte er mich und setzte sich auf den Podologenstuhl (viel besser als eine Liege) in der Arztpraxis. Während ich nun den Fuß nach Defekten absuchte erzählte er mir, dass er vor 14 Tagen auf die Hüfte und Hinterkopf gefallen sei und vor ein paar Tagen auf sein rechtes Knie. Wir waren uns einig, normalerweise verursacht dies ja keine Schmerzen im linken Fuß. Aber seit dem hatte er diese Schmerzen. Ich konnte nichts finden was seine Beschwerden verursacht. „Wie alt ist die Weichbettung des Schuhes?“ fragte ich und erhielt die Antwort: „so ein Jahr“. Müsste sie eigentlich noch ok sein sagte ich und schaute sie mir nicht an. Dies war mein Fehler.
Glücklicherweise arbeite ich ja nicht alleine. Der Arzt betrat den Raum, las sich das Dokumentierte nach Begrüßung durch, schaute sich den Fuß UND die Weichbettung des Schuhes an. Die ist zu hart stellte er fest. Sie brauchen eine neue! Ja, und da kam mir „die Erleuchtung“ und ich erklärte dem Patienten: „natürlich, sie fielen auf das Rechte Knie und da dies Beschwerden nun verursachte, entlasteten Sie dies in dem Sie das Linke Bein stärker belasteten. Das war/ist für die Weichbettung zu viel gewesen und deshalb haben Sie nun die Schmerzen.“ Eine Diabetisch Adaptierte Weichbettung ist aber ein muss um Verletzungen am Fuß vorzubeugen. Es war absolut richtig das er die Praxis aufsuchte.

Exsudatmanagement, fängt im Kopf an………

Eckart.Schuster 5 comments

Die meisten werden bei Exsudatmanagement Wunden im Bereich der unteren Extremitäten sich vor Augen führen. Und viele werden schon völlig unzureichendes gesehen haben. Verbände komplett durchnässt, inkl. des Schuhwerkes. Und dann fragt man sich, kann man dies nicht besser machen. Musste hier, z.B. ein Hydrokolloid, aufgebracht werden? Warum kein Schaum, kein Hydrofiber, kein Superabsorber? Hydrofiber mit Schaum oder Superabsorber ist dabei noch kombinierbar.

Nun, das richtige aus zu wählen, das fängt im Kopf des Behandlers an und so möchte ich hier berichten, das es sich nicht immer nur um Exsudat Bein abwärts es sich handelt. Nein, auch das Exsudat kann von „ganz oben“ kommen.

Am 18.August erhielt ich den Notruf. Ein 84 Jahre alter männliche Patient war aus dem Krankenhaus entlassen worden. Diagnosen:

Hochdifferenziertes Plattenepithelkarzinom, G 1, vom Aufbau her entsprechend einem Keratoakanthom, GTD 8,4 mm am Oberkopf zentral mittig. Cornu cutaneum auf bowenoider aktivischer Keratose KIN Grad HI mit Übergang in ein initiales Plattenepithelkarzinom, GTD 2,0 mm hochparietal links   Plattenepithelzellkarzinom, G II, Nx Mx, GTD 2,1 mm Hinterkopf rechts. Z.n. multiplen Epitheliomen Capillitium, Rumpf und untere Extremität.

Die Karzinome hatte man komplett ausgestanzt. Wie zu sehen teils bis auf die Schädeldecke. Man hatte dem Patienten ein paar Hydrokolloid Platten der Größe 10×10 mitgegeben. Derjenige, der diese Versorgung aufgebracht hatte, wusste auch, was dem Patienten wiederfahren wird. Wundexsudat wird vom Kopf abwärts sich seinen Weg suchen. Um dies zu vermeiden, legte der Behandler Kompressen über „seinen“ Wundverband. (Dieses „Kunstwerk“ hatte ich leider spontan schon zu Beginn meines Besuches entfernt, daher kein Bild) Gebracht hätte dies allerdings nicht den gewünschten Erfolg. Es sah nur absolut lächerlich aus.

Im Brief war weiter zu lesen, dass der Patient sich in 4 Wochen zur Transplantation wieder einfinden sollte. Ich sagte ihm, dass eine Transplantation wahrscheinlich nicht notwendig sei.

Procedere: Vorsichtiges Entfernen der Wundauflagen mit Auffangen des Exsudates. Gründliche Reinigung mit Prontosan und gründliche Rasur der Kopfhaut (wo der Verbandstoff zum aufliegen kam). Grund: Haare heben den Verband an. Luft kann ungehindert zur Wunde und trocknet diese aus. Aufbringen des Hydrofiber (Wunde tiefer als 5mm) und abdecken mit Mepilex Border. Durch die Krümmung des Kopfes mussten die Ränder zusätzlich fixiert werden. Nachts trug er zur Sicherheit einen Schlauchverband (zur Mütze umfunktioniert) Intervall: 2x pro Woche. Aller 3 bzw. 4 Tagen. Nun, der Patient hat sich nach 4 Wochen nicht vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Politik? Politik!

admin No Comments

Was „springt“ für die Menschen mit chronischen Wunden aus unserer Politik herraus? Werden Sie überhaupt gesehen?

Wie werden Leistungen Betreff der Behandlung von Menschen mit chronischen Wunden in unserer Gesellschaft gesehen. Ich höre Sie sagen: „großartig, das machen Sie gut“, „sie haben einen verantwortungsvollen Beruf“ usw. Aber vom Lob allein kann man keine Brötchen und dergleichen bezahlen, kann man sein Leben nicht bestreiten.

Ich werde auf dieser Seite in Artikeln Zeitzeugen hier zu Wort kommen lassen (wenn Sie es zulassen). Werde Berichten, wie mein Antrag auf Zulassung auf Heilkunde so in den Wirrungen der Krankenkassen bearbeitet wird.

Der Antrag wurde ab dem 24. März 2012 bis 15. Mai 2012 bei mehreren Krankenkassen gleichzeitig gestellt.

Unter anderem bei der AOK – Niedersachsen, Barmer-GEK, DAK, Landwirtschaftliche Krankenkasse Niedersachsen – Bremen und einer der vielen Betriebskrankenkassen, der Bahn BKK.

Beantworten wir uns die Frage: wie lange dauert die Umsetzung eines Gesetzes, Richtlinie usw. vom in Kraft treten bis zur Implementierung, des damit arbeiten.

Wie ehrlich sind die Krankenkassen zu sich selbst? Sie zeigen auf uns Gesundheitspartner, vermelden (angebliche) „Schlechtigkeiten“, das nicht korrekte arbeiten. Frei nach dem Motto: „wer so arbeitet, verdient nicht bezahlt zu werden, keine Erhöhung der Leistungsvergütung usw.“

Aber: wer im Glaushaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen…… Also: schauen wir uns den Werfer „Krankenkasse“ mal an. Es geht nicht um den Sachbearbeiter mit dem der Versicherte spricht. Nein es geht um die Menschen, die in den Krankenkassen die Vorgaben unserer Politik Real umzusetzen haben, die die „Finanzminister“ der Krankenkassen sind.

UND:

Es geht um schwerstkranke Menschen.

Ärgerlich, wenn „Experten“ keine „Experten“ sind.

Eckart.Schuster No Comments

Anfang Februar rief mich eine „alte Bekannte“ an und fragte an, ob ich Ihr helfen könnte. Vor Jahren hatte sie ein Platzbauch nach einer Darmoperation und dies hatten wir erfolgreich zur Abheilung gebracht. „Machen Sie auch Beine?“ hörte ich Sie fragen. „Sind Sie noch tätig?“ die zweite Frage. Beides bejahend wurde ein Termin vereinbart. Sie hatte sich das Bein, Unterschenkel oberhalb Knöchel, gebrochen. Das ganze war mit einer Platte versehen worden. Sie bekam einen Infekt, Platte musste raus – ein Ulcus blieb und wurde mit einem Schaum entsprechender Größe versorgt.

BMI über 35, Mobilität stark eingeschränkt, sichtbare Varicosis, Knöchelbrachialindex 0,9 (ermittelt mittels Doppler).

Neben der Wundauflage wurde meist auf das Anlegen einer Kompression verzichtet.

Ich erkläre Ihr, dass neben den Wundauflagen natürlich eine Kompression (Verband) notwendig sei. In diesem Gespräch erzählte Sie mir, dass der eine, oder andere Arzt da auch was gewickelt hat. Aber den Sinn verstand Sie nicht und da das Knie „dick“ wurde, hat Sie die Binden entfernt. Ich konnte sie überzeugen die Kompression (Schlauch-Kurzug 8/10 cm-Schlauch-Fixation mittels Haftbinde) zu tolerieren und die „Goldene“ Regel: 3xS = SITZEN ; STEHEN ; SCHLECHT/3xL = LAUFEN ; LIEGEN ; LOBENSWERT zu befolgen. Die Angst, einer erneuten Operation (Hauttransplantation) verflog schnell. Die Wunde (Anfangs 7,59 cm²) aber doch mit 4 -5  mm recht Tief, flachte innerhalb von 14 Tagen schnell ab und nach 30 Tagen war die Wunde in ihrer Größe auf 2,58 cm² geschrumpft. Zwei Verbandwechsel (in 10 Tagen) und das Ulcus gab es mal, so dachte ich.

Bei Operationen im Bauchraum gibt es natürlich Verwachsungen. Diese können Komplikationen, wie z.B. einen Ileus (Darmverschluss) verursachen. Starke Schmerzen im Abdominalbereich, Winde gehen nicht ab, kein Stuhlgang sind typische Symptome. Mit dem Verdacht auf einen Ileus musste Sie sich nun in einem Krankenhaus vorstellen.

Natürlich gibt es in jedem Krankenhaus einen mindestens einen Wundexperten und neben der akuten Situation wurde sich auch des Ulcus am Bein „angenommen“.

Man schnitt kurzerhand den kompletten Kompressionsverband auf und deckte das ganze mit einem Pflaster zu. „Mehr sei nicht mehr notwendig“ die dazugehörige Erklärung. Der Bitte, einen Kompressionsverband wieder anzulegen, wurde nicht nachgekommen.

Die Patientin hatte Glück. Kein Ileus! Aber auch „Pech“, denn das Epithelgewebe war verschwunden und der Defekt hatte seine „alte“ Größe wieder, wenn auch ohne Tiefe. Wasser, Wundexsudat spült alles weg und läßt Defekte schnell größer werden. Bei jedem Dammbruch (Hochwasser) in der Natur gut zu beobachten.

Ärgerlich, wenn Experten also keine sind.

Wenn der Hautdefekt als geschlossen angesehen wird….

Eckart.Schuster 4 comments

Sehr oft hört man, „die Wunde war schon einmal zu“, „die geht immer mal wieder auf, ich weiß auch nicht woran das liegt“ usw.

Die Frage ist, war der Defekt tatsächlich abgeheilt?
Eher nicht. Getrockneter Biofilm sieht für den Laien wie Haut aus. Darunter fühlen sich Bakterien sehr wohl und haben Sie sich ordentlich vermehrt „Platzt die Wunde“ für den Laien wieder auf.
Bild links: der Patient wollte nun die Bestätigung hören. Abgeheilt! Kein Exsudat im Verbandstoff (Mepilex Border light 4×5)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild rechts: die Wunde gereinigt. Zu früh gefreut?

Nun, das Risiko einer Wundinfektion besteht immer, vor allem bei sogenannten Bagatellwunden. Also kleinen Hautdefekten, die man nicht „so ernst“ nimmt. Das hat der Patient verstanden und hat sich bedankt.

Ursache nicht außer Acht lassen (Dekubitus)

Eckart.Schuster No Comments

Ich erhielt den Auftrag, „schauen Sie sich doch mal diese Wunde an“. Sie will einfach nicht abheilen und wir haben schon alles versucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein junger Mann, Jahrgang 76, hatte vor 20 Jahren einen Motorradunfall. Als Folge war sein rechter Arm komplett ohne Funktion. Er „hing“ leblos am Körper. Der junge Mann wollte, dass der Arm ihm abgenommen wird. Es fand sich kein Arzt. Nun, er lernte und konnte auch wieder Fahrrad fahren. Eines Tages, vor ca. 15 Jahren, stürzte er beim Fahrradfahren und verletzte sich am Ellenbogen des gelähmten Armes. Eine Platzwunde war die Folge und diese wollte einfach nicht zuheilen.

Keiner fragte sich: warum?

Ich besuchte Ihn und beobachtete. Als er sich hinsetzte, legte er seinen Arm auf der Tischplatte ab. Ich fragte, tun Sie das immer? Er bejahte und beim näheren Betrachten der Wunde konnte man dies auch gut sehen. Aus der Platzwunde war ein Dekubitus geworden und viel zu oft kam Druck auf die Wunde. So ein (lebloser) Arm wiegt was!

Ich erklärte Ihm das Problem und als erste „Notlösung“ fertigten wir aus Schaumstoff eine Schiene an, die im Gebiet des Ellenbogengelenkes ein Loch erhielt. Überzogen mit TG Schlauch wurde sie angelegt, sobald er sich hinsetzte. Der Ellenbogen wurde nicht mehr belastet. Sah natürlich alles ein wenig primitiv aus.

Er benötigte eine richtige Prothese, die speziell auf seinen Arm abgestimmt, nur von einer orthopädischen Fachwerkstatt angefertigt, werden konnte. Die Kosten wurden natürlich von der Krankenkasse übernommen. Allerdings, nachdem ein Kostenangebot eingeht. Das bedeutet: es geht nicht von heute auf morgen! Um es zu beschleunigen, sende ich die Wunddokumentation der Krankenkasse zu. Nun sind alle notwendigen Akteure im Boot.

Insgesamt waren 20 Verbandwechsel mit Tegaderm foam adh. entsprechender Größe (anfangs kombiniert mit Aquacel Ag Betreff Exsudat Management und Bakteriologie) notwendig. Reinigung erfolgte mit Prontosan/steriler Kompresse. Begründung für die Wahl dieses Produktes: der große Haftrand gibt einen guten Spielraum für das Gelenk, das Produkt löst sich auch bei Bewegungen nicht ab. Der Patient braucht bei der Durchführung der Grundpflege (Duschen) keine Sorgen betreff Kontamination Wasser/Seifengemisch usw. haben.

Fazit: der Sturz war Auslöser, der immer wieder auftretende Druck die Ursache des nicht Abheilen. Ohne Druckentlastung keine Heilung!

Kosten, die Mär von den 10 Minuten

admin No Comments

Verbandstoffe werden von der Industrie nicht ohne Gegenwert abgegeben. Dies ist logisch, auch wir wollen für unsere Leistung einen gerechten Gegenwert. Über „gerecht“ ließe sich natürlich trefflich „streiten“. Der Wettbewerb untereinander bringt zwar keine Preisangleichung, dafür aber eine Vielzahl von Verbandstoffgrößen zutage. Das Aufnahmevolumen von Wundexsudat, die Wärmeisolation der Wunde von der Umwelt ist genauso unterschiedlich wie die Abgabe (abdampfen ; Gasaustausch). Es gibt haftende und nicht haftende Verbandstoffe. Vor allem haftende Produkte können allergische Reaktionen hervorrufen. Vieles ist also bei der Auswahl der optimalen Wundauflage zu bedenken. Durch die Auswahl der Verbandstoffe erreicht man nun auch eine unterschiedliche Verweildauer/Wundruhe und somit eine unterschiedliche Anzahl an notwendigen Verbandswechseln. Diesen sollte kein Betroffener selber durchführen. Es reicht NICHT, sich einfach nur die Wundauflage auszutauschen. Diese Vorgehensweise führt zu den höchsten Kosten (die Leiden der jungen Frau k. -Teil 1) ohne Heilung!
Deshalb muss aber niemand nun ständig die Arztpraxis aufsuchen und in überfüllten Wartezimmern sich die Zeit vertreiben. Der Arzt hat die Möglichkeit, eine Verordnung häuslicher Krankenpflege dem Betroffenen mitzugeben. Dieser sucht sich einen Anbieter, einen ambulanten Pflegedienst, und beantragt die Leistung „Verbandwechsel“ bei seiner Krankenkasse. Nun gibt es Experten, die behaupten, die Krankenkasse gibt einen Minutenwert, angeblich 10, diesen Pflegediensten vor. Wenn dies so wäre, dann könnte man sehr gut verhandeln! Leider stimmt es nicht und es gibt auch nicht die eine Leistung „Verbandwechsel“, sondern eine Vielzahl von Leistungen, die im Zusammenhang stehen.
Natürlich haben die Krankenkassen mit den ambulanten Diensten Verträge geschlossen.  Zu jeder Leistung gibt es eine Beschreibung und eventuell zusätzliche Hinweise. Ist die Leistung “ Richten von Medikamenten für eine Woche“ genehmigt, so kann daneben nicht noch eine tägliche, orale Medikamentengabe abgerechnet werden. Das Wechseln eines Schmerzpflasters wäre aber möglich. Es wurde aber nicht nur für alle Leistungen (über 30) jeweils ein Preis festgelegt, es wurden auch zwei Höchstsummen für einen Hausbesuch vereinbart. Zumindest in Niedersachsen ist dies so.

Auch die Vergütung der Anfahrt ist geregelt und am Wochenende, feiertags und nach 20.00 Uhr wird die Summe verdoppelt. Werktags erhalten private Anbieter aktuell  3,37  €. Betreut man zwei Personen im gleichen Haushalt, halbiert sich die Summe. Gleiches gilt für das gleichzeitige Erbringen von Leistungen der häuslichen Krankenpflege (SGB V) und Leistungen aus der Pflegeversicherung (SGB XI). Und werden wieder zwei Personen im selbigen Haushalt versorgt, so wird geviertelt.
Wieviele Minuten  nun auf die Personalkosten zu veranschlagen sind, denn z.B. auch ein Pkw gibt es inklusive  aller Folgekosten (Steuer, Versicherung, Wartung, Kraftstoff usw.) nicht geschenkt, muss vom Dienstleister selber kalkuliert werden. Der Dienstleister hat halt nicht nur die Personalkosten. Miete/Finanzierung eines geeigneten Objektes, Büromitarbeiter, Versicherungen, Beiträge (zur Berufsgenossenschaft nicht wenig!) usw. usw. ja, nicht zu vergessen, er muss auch Rücklagen schaffen. Mitarbeiter/innen, die Krank sind, wollen bezahlt werden und der, der einspringt, auch. Nichts hält ewig. Anschaffungen fallen jedes Jahr an bzw. müssen nicht nur Pkw’s gewartet werden. Das Eichamt verlangt für die  Leistung: „Eichen eines RR-Meßgerätes“ natürlich Geld. Verbrauchsgüter wie Handschuhe, Händedesinfektionsmittel, Mundschutz usw. werden nicht von einer Krankenkasse gestellt. Alles muss aus der Leistungvergütung erwirtschaftet, bezahlt werden!
Hier zeigt sich, dass die Krankenkassen die ambulanten Leistungen viel zu gering vergüten.
Ausschnitt:
Kompressionsverband mit Wundversorgung 10,60 €, beider Unterschenkel 21,03 € (Höchstsatz). Die Wundgröße spielt KEINE Rolle! Medikamentengabe 2,86 €, Versorgung suprapubischer Katheter 3,49 €, Kompressionstrümpfe (ab CCL II) An- oder Ausziehen  3,15 €, Kompressionsverband anlegen 4,60 €, Verband anlegen/wechseln 4,90 €.
Höchstsätze: 16,50 € bzw. erhöht, wenn bestimmte Leistungen mit erbracht werden 21,03  €.
Über Minuten wird aktuell NICHT verhandelt! Aber, Mitarbeiter/innen werden nach Zeit, die Einrichtung nach Leistung vergütet.  Wir müssen also erst einen Zusammenhang zwischen Leistungsvergütung und benötigter Zeit bei den Vertragsverhandlungen zwischen Krankenkasse und Anbieter herstellen. Bei Frau K. benötigte ich anfangs mindestens 90 Minuten für Verbandwechsel, Edukation und Dokumentation.
Mein Vorschlag an Herrn Minister Rösler:
Sie fordern und möchten eine bessere Vergütung von Pflegekräften erreichen. Das ist gut.  (In Ihrem Bundesland Niedersachsen ist der Markt an Fachkräften bereits „leergefegt“. Es ist schwer Menschen für diesen Beruf zu begeistern. An erster Stelle wird als Grund die Verdienstmöglichkeit genannt.) Gleichzeitig ermahnen Sie aber auch die Krankenkassen, so wenig wie möglich an Geld auszugeben. Von dort kommt aber das Geld.
Vorschlag: Sie sollten den Krankenkassen und den Anbietern den Auftrag erteilen, ja Sie verbindlich Auffordern, dass  die Höchstsätze an einen Stundenlohn gekoppelt werden. Dieser Stundenlohn sollte absolut konkurrenzfähig zu Löhnen der Industrie stehen. Also  keine  7,50 €.
Die Gesundheit ist unser wertvollstes Gut!? Diese Aussage halte ich aktuell für  leeres Geschwätz. Sobald man den Wert  zu einer Summe definiert, scheint jede Aktie wertvoller zu sein.

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