Abdomen

Wenn die Bakterie in der Häuslichkeit unterschätzt wird

Eckart.Schuster No Comments

Alter Verband ab – neuer Verband aufgebracht. Und die Katastrophe ist Perfekt, weil man die Reinigung und Pflege als zu vernachlässigen angesehen hat.

Selbst in Wundzentren wird an die Versorgenden einer Wunde ausgegeben: Reinigen mit (zum Beispiel Octenisept) verboten! Liegt mir schriftlich vor. Was sind das für Experten? Können sie mehr sehen als der “normale” Mensch? Auch wird sehr oft das Medizinproduktegesetz als für nicht nötig angesehen. “Ja, im Krankenhaus muss man nur steril arbeiten, aber doch nicht in der Häuslichkeit. Die Bakterien kennen sich doch”. So, die Begründung. Natürlich ist ein Hygienemanagement wie im Krankenhaus nicht in der Häuslichkeit umzusetzen. Aber das einfachste schon.

Bei Tageslicht betrachtet: nichts Auffälliges.
Den Raum verdunkelt, das MolecuLight i:X zeigt die Belastung.

Wie man sieht, die Bilder sind zwei Jahre alt. Bei einer chronischen Wunde sind die Bakterien nicht nur auf der Wunde, sondern besiedeln gleich große Hautareale der Umgebung.

VOR Reinigung, der Patient hat in diesem Bereich KEINE Wunde
NACH Reinigung
Bei Tageslicht betrachtet

Fazit: wer die Macht der Bakterien unterschätzt, der kann dem Patienten großes Leid zufügen. Deshalb: alles was “verpackt” wurde muss gereinigt und gepflegt werden. Die Bildgebungsvorrichtung MolecuLight i:X ist eine sehr gute Möglichkeit die Belastung darzustellen. Gezielt dann bei Bedarf Abstriche zu nehmen. Es dürfen nur sterile Produkte, von der Reinigungsflüssigkeit und Kompresse bis hin zur Wundauflage verwandt werden.

Wer dies nicht einsieht, der sollte bitteschön das Versorgen von Wunden lassen.

5 Jahre später (Platzbauch mit Stuhlfistel)

Eckart.Schuster 4 comments

Dem Patienten geht es weiterhin “gut”. Eine Operation möchte er weiterhin nicht. Einmal tgl. muss die Versorgung komplett erneuert werden. Kleinere Defekte treten immer wieder mal auf. Ursache ist einfach: der Stuhl findet immer wieder einen Weg nicht in den Stomabeutel “zu müssen” Dies auch der Grund alles tgl. zu erneuern.

Produkte: Konvexes zweiteiliges System, Hydrofiber, Hydrokolloid. Hautschutz und zusätzliche Fixation mit Folie.

Behandlung eines Platzbauches mit Stuhlfistel in ambulanter Umgebung

Eckart.Schuster 3 comments

Im Februar 2007 wurde ich gebeten eine Wundversorgung zu begutachten. Der Patient wurde zu diesem Zeitpunkt 3x tgl. von einem Pflegedienst versorgt. Verordnung häuslicher Krankenpflege: Verbandwechsel mit Spülen von Fisteln 3x täglich. Dies fand seit gut zwei Monaten statt und die Krankenkasse/MDK wollte wissen, ob dies so sein muss. Der behandelnde Hausarzt (Internist, Schwerpunkt Diabetologie) wollte dies auch wissen und bat um Vermittlung eines “Wundmanagers”

bei Aufnahme im Februar 2007 Das Bild entstand bei Aufnahme in den Räumen der Praxis.

Versorgung: 3x am Tag kam der Pflegedienst, reinigte die Wunde mittels H2O und deckte das Ganze mit    Saugkompressen ab.

Versuche, die Wunde ausschließlich mit konvexen Stomasystemen/moderner Wundversorgung so zu versorgen, dass der Patient wieder an Lebensqualität Gewinnt mussten scheitern. Auf Granulationsgewebe haftet nix!

Der Stuhl ist agressiv, so konnte sich kein Epithelgewebe bilden.

Der Patient war “froh”, die Operation “überlebt” zu haben, und wollte lieber mit der Stuhlfistel leben und lehnte daher eine Operation ab.

Nach Rücksprache mit meinen Kollegen von der Uni Göttingen, beantragte ich in Abstimmung mit dem Hausarzt die V.A.C. – Therapie und wir erhielten die Genehmigung über insgesamt 9 Monate. In dieser Zeit stellten wir den Patienten einmal in der MHH vor, die unsere Vorgehensweise als alternativlos (zur Operation) bestätigte.

Die Zusammenarbeit mit AOK/MDK – Hausarzt – Pflegedienst – Patient/Angehörige muss als vorbildlich bezeichnet werden.

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