Informativ

Mit LASER Wunden heilen?

Eckart.Schuster No Comments

Seit gut einem Monat bin ich nun im Besitz des Lasergerätes „DYOS“, einem DIODENLASER. Natürlich ist man skeptisch. Immerhin kostet das Gerät ein „Sümmchen“ und die Krankenkassen bezahlen zwar mittlerweile (sehr selten) den Wundexperten, aber eine Laserbehandlung nicht. Also eine sogenannte „Igelleistung“, vom Patienten selbst zu tragen. Werden Sie? So werde ich gefragt.

Natürlich wird die Laserbehandlung nicht immer den Wundheilungsverlauf positiv beeinflussen. Meine ersten Erfahrungen sind gut. Patienten geben eine deutliche Schmerzreduktion an. „ich kann mein Bein sofort mit auf das Bett legen und durchschlafen, das konnte ich nie“ so eine Patientin, die bei der ersten Laserbehandlung (Fußrücken bei PAVK) auf einmal in Ihrem großen Zeh Wärme spürte. Der gesamte Fuß wurde warm. Dies hält bis zum abend an, so berichtet Sie. Ein anderer Patient sagt, “ sie können ruhig richtig auf der Wunde reinigen so viel Sie wollen. Es tut nicht mehr weh!“

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Vor erster Behandlung am 15.09.2014 Wundfläche 6,97 cm²

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Nach zwei Behandlungen. Wundfläche 5,87 cm²

Aber nicht jede Anwendung hat diesen Erfolg. Erfahrung sammeln heißt es.

Wirtschaflichkeit: ich biete den Patienten, wo ich glaube, das es sinnvoll ist die Behandlung durch zu führen, zum testen an. Nach 3 Behandlungen wird gemeinsam reflektiert.

Bei Erfolg wird die Behandlung weiter durchgeführt. Der Patient ist bisher immer bereit gewesen dann auch für eine Behandlung 10 Euro zzgl. der gültigen Mehrwertsteuer (rückwirkend ab erste Behandlung) zu bezahlen.

Behandlungsdauer aktuell 60 sec. pro cm². Abstand des Lasergerätes zur Hautoberfläche je empfinden zwischen 6 und 10 cm.

Wird keine Besserung festgestellt, so brechen wir die Behandlung ab. Der Patient muss dann für die durchgeführten Laserbehandlungen nichts bezahlen.
Zusammenfassend (Übernahme/Auszug des Berichtes aus der Zeitschrift „Wundmanagement“ 8. Jahrgang 5/2014 Neues aus der Industrie Seite 263 und 264):
Die Behandlung mit dem Diodenlaser DYOS ist eine adjuvante Regulationstherapie und wird lokal bei vielen Indikationen der Wundbehandlung sowie bei der Schmerztherapie angewendet.
Der Begriff LASER steht für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“ (übersetzt = Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung).
Durch die optimierte Laser-Wellenlänge 810 Nanometer können auch tiefliegende Gewebeschichten problemlos erreicht werden. Bei der Behandlung mit dem DYOS-Laser wird die abgegebene Laserstrahlung im Gewebe absorbiert und in biochemische Energie umgewandelt. Die Zellen werden durch die Bestrahlung stimuliert und es kommt zu einer erhöhten ATP-Produktion (ATP oder Adenosintriphosphat ist der Energielieferant jeder Zelle). Diese bewirkt neben der Beschleunigung der Zellproliferation (Wachstum und Vermehrung der Zelle) auch eine enorme Verbesserung des Zellstoffwechsels. Die erhöhte Aktivität der Zellen und die Einflüsse der Biostimulation führen zu vielen positiven Effekten.
Der Diodenlaser DYOS kann mobil vor Ort bei Betroffenen, als auch im Behandlungsraum einer Praxis eingesetzt werden. Das heißt, es wurde ein Laser entwickelt, der ein sicheres und präzises Arbeiten bei größtmöglicher Flexibilität und Mobilität ermöglicht.
Beispielindikationen sind Wundheilungsstörungen (offene Wunden, Ulcus cruris (s. Abb.), Dekubitus), Schmerzlinderung bei Gelenk- und Muskelschmerzen, Tendopathien (Sehnenleiden), Durchblutungsstörungen, entzündliche, rheumatische Erkrankungen, Nagelmykosen, Herpes labiales oder Lymphödeme
Vorteile für die Patienten liegen in der Beschleunigung der Wundheilung durch Neubildung von Bindegewebe und Reepithelisierung, Schmerzlinderung durch Beeinflussung der Biomeditatoren und Stimulation der Endorphinausschüttung, Erhöhte Sauerstoffanreicherung im Gewebe, Verbesserung der lymphatischen und venösen Mikrozirkulation, Entzündungshemmung und Verminderung des Infektionsrisikos.
Bei chronischen Wunden spielen Streptokokken und Staphylokokken eine große Rolle, da sie im Wundareal einen hervorragenden Nährboden vorfinden. Z. B. ist bei dieser Ansiedlung von Bakterien der Staphylococcus aureus und gefolgt von Pseudomonas aeruginosa am häufigsten vorzufinden. Selbst die in der Wunde tief sitzenden Streptokokken in ß-hämolysierender Form bereiten eine verzögernde Wundheilung, da sie die Erythrozyten zerstören.
Durch die optimierte Laserwellenlänge können tiefliegende Gewebeschichten problemlos erreicht werden. Diese Lasereinwirkung hat einen zerstörenden Prozess auf alle Bakterien, die zu einer Verzögerung der Wundheilung beitragen.

So bitte nicht. Solch „arbeiten“ macht mich wütend!

Eckart.Schuster No Comments

ist denn da schon "Knie"?

benötigt der Patient weitere Ulcera?

benötigt der Patient weitere Ulcera?

Kontrolle arterielle Durchblutung noch möglich?Gibt man in Google das Wort „Kompressionsverband“ ein, so erhält man unzählige Informationen darüber. Selbst kleine Filme, wo das korrekte Anlegen gezeigt wird sind gleich auf der ersten Seite platziert.

Liebe Wundexperten der nachfolgenden nun Dokumentierten „Arbeit“. Schaut doch noch mal in Eure Unterlagen bzw. so einen kleinen Film an. Wundexperten? Ja, lt. Patient wiesen sich damit aus (Reha Einrichtung).

Dekubitus am Gesäß mit Unterminierung

Eckart.Schuster 2 comments

Bei immobilen Patienten besteht die Gefahr eines Druckgeschwürs zu bekommen sehr schnell.  Wie bereits aus dem Namen ersichtlich, Druck ist die Ursache! Entsteht er bei Menschen, die wo auch immer, gepflegt werden müssen aufgrund eigener fehlender Mobilisationsmöglichkeit, ist von einem Pflegefehler aus zu gehen. Die Schädigung des Gewebes entsteht in der Tiefe und nicht auf der Hautoberfläche. Die sichtbaren Schäden sind daher nur als  die „Spitze des Eisberges“ anzusehen. Tastet man die Haut ab, so wird man Verhärtungen ertasten, die im schlimmsten Fall bereits Nekrosen (abgestorbenes Gewebe) sind. Der Organismus wird, bei entsprechender Unterstützung, bestrebt sein, diese “ los zu werden“. Der sichtbare Defekt ist also wesentlich kleiner als das gesamte Ausmaß der Schädigung.

Informationen zum Dekubitus:

http://www.pflegewiki.de/wiki/Dekubitus  –

http://www.wiso.hs-osnabrueck.de/fileadmin/users/774/upload/ExpertenstandardDekubitusprophylaxe_Akt.pdf

Ich wurde nun zu einem Patienten gerufen mit einem Dekubitus am Gesäß.

die blauen Striche Kennzeichnen das gesamte Ausmaß der Schädigung

die blauen Striche Kennzeichnen das gesamte Ausmaß der Schädigung

 

Der/die Betroffene wurde zu Hause betreut. Den Dekubitus „brachte er/sie von einem Krankenhausaufenthalt mit“. Tagsüber wurde nun aller 2 bis 4 Stunden gelagert. Bedingt durch eine eingeschränkte Hirnleistung war er/sie nicht in der Lage sich selbst zu lagern. Ab ca. 22.30 Uhr bis 06.00 Uhr fanden keine Lagerungen statt. Es bestand eine Urin- und Stuhlinkontinez. Urin wurde über einen Silikonblasenverweilkatheter/Katheterbeutel kontinuierlich abgeleitet. Stuhlgang regelmäßig, breiig in saugende Inkontinenzprodukte. Als weiteres Hilfsmittel war eine Wechseldruckmatratze vorhanden. Da es aus der Wunde öfters blutete, hatte man eine Alginatkompresse (10x10cm) eingelegt (Alginate wirken u.a. Blutstillend) und den Defekt mit einem Hydrokolloid (dem Exsudataufkommen völlig unzureichend) abgedeckt. Reinigung des sichtbaren erfolgte mit Octenisept.

Das Ausmaß der Unterminierung wird mittels VISITRAK Depth (Fa. Smith&Nephew) ermittelt

Das Ausmaß der Unterminierung wird mittels VISITRAK Depth (Fa. Smith&Nephew) ermittelt

Als Ursache für die Blutungen sah ich die Scherkräfte an, die bei den Lagerungen auftraten. Der/die Ausführende war wie der/die Betroffene selbst bereits über 80 Jahre alt. Unterstützung erfolgte 2 mal am Tag durch einen Pflegedienst. Keine weiteren Angehörige. Ich änderte die Vorgehensweise des Verbandwechsel wie folgt ab:
Die gesamte Unterminierung wurde mit NaCl 0,9% gespült. Hierzu benutzte/verordnete ich das Produkt Freka Drainjet, welches in einem Gebinde zu 60ml Bags (Verpackungsgebinde 10 Stk.) gibt und vor Benutzung auf Körpertemperatur erwärmt werden sollte. Um „in jede Ecke“ der Unterminierung zu kommen bzw. zu erreichen wurde ein Einmalfrauenkatheter Ch. 14 dem Bag aufgesteckt. Alginate fallen in sich zusammen, werden zu einem „Klumpen“ der nicht förderlich wirkt und so ersetzte ich dies mit dem Hydrofiber Aquacel Ag [Extra] (Anfangs wurde die Größe 20×30 cm benötigt!), aufgeschnitten zu einer großen Tamponade. Dies wurde nun locker eingebracht. Wundsekret muss ablaufen können. Abdeckung entsprechend Exsudataufkommen, mit Superabsorber beginnend bis zum Schluss mittels Aquacel Foam Adhäsiv Sakral, bzw. 10×10 cm. Intervall der Verbandwechsel von aller 2 Tage bei Beginn bis zum Schluss aller 5 Tage.

7 Monate später

7 Monate später

8 Monate später

8 Monate später

Die kontinuierliche, über 24 Stunden umfassende, Druckentlastung war/ist aber das wichtigste! Das nicht lagern in der Zeit von ca 22.30 Uhr bis Morgens fand ich als viel zu lang. Pflegekräfte konnten aber nicht in dieser Zeit das notwendige übernehmen. Auch empfand ich die Entlastung des Angehörigen über den Tag im Bezug auf die Lagerung als sehr wichtig an. So machte ich mich für den Einsatz eines Seitenlagerungssystem stark und konnte nach gut 2 Monaten es im Einsatz „bewundern“. Aller 2 Stunden wurde nun automatisch der Körper Links 20 Grad/Rücken/Rechts 20 Grad gelagert. Ja, es hat gedauert bis der Antrag „durch“ war. Die Firma, die das Kostenangebot- das dafür notwendige – erarbeitet hatte, kam dabei nicht zum Zug. Die Kassen lassen einen arbeiten ohne die Leistungen zu bezahlen. Aber das ist ein anderes Thema….
Nun, profitiert hat natürlich der/die Betroffene. 9 Monate hat es insgesamt gedauert. Das Seitenlagerungssystem bleibt weiterhin im Einsatz. Abschluss

Hinterfragen, Anschauen lohnt sich (Diabetischer Fuß)

Eckart.Schuster No Comments

„Herr Schuster, Sie müssen mal schauen ob ich am Linken Fuß eine Wunde habe. Ich selbst sehe keine, aber ich habe starke Schmerzen am Fußballen.“ So begrüßte er mich und setzte sich auf den Podologenstuhl (viel besser als eine Liege) in der Arztpraxis. Während ich nun den Fuß nach Defekten absuchte erzählte er mir, dass er vor 14 Tagen auf die Hüfte und Hinterkopf gefallen sei und vor ein paar Tagen auf sein rechtes Knie. Wir waren uns einig, normalerweise verursacht dies ja keine Schmerzen im linken Fuß. Aber seit dem hatte er diese Schmerzen. Ich konnte nichts finden was seine Beschwerden verursacht. „Wie alt ist die Weichbettung des Schuhes?“ fragte ich und erhielt die Antwort: „so ein Jahr“. Müsste sie eigentlich noch ok sein sagte ich und schaute sie mir nicht an. Dies war mein Fehler.
Glücklicherweise arbeite ich ja nicht alleine. Der Arzt betrat den Raum, las sich das Dokumentierte nach Begrüßung durch, schaute sich den Fuß UND die Weichbettung des Schuhes an. Die ist zu hart stellte er fest. Sie brauchen eine neue! Ja, und da kam mir „die Erleuchtung“ und ich erklärte dem Patienten: „natürlich, sie fielen auf das Rechte Knie und da dies Beschwerden nun verursachte, entlasteten Sie dies in dem Sie das Linke Bein stärker belasteten. Das war/ist für die Weichbettung zu viel gewesen und deshalb haben Sie nun die Schmerzen.“ Eine Diabetisch Adaptierte Weichbettung ist aber ein muss um Verletzungen am Fuß vorzubeugen. Es war absolut richtig das er die Praxis aufsuchte.

Exsudatmanagement, fängt im Kopf an………

Eckart.Schuster 5 comments

Die meisten werden bei Exsudatmanagement Wunden im Bereich der unteren Extremitäten sich vor Augen führen. Und viele werden schon völlig unzureichendes gesehen haben. Verbände komplett durchnässt, inkl. des Schuhwerkes. Und dann fragt man sich, kann man dies nicht besser machen. Musste hier, z.B. ein Hydrokolloid, aufgebracht werden? Warum kein Schaum, kein Hydrofiber, kein Superabsorber? Hydrofiber mit Schaum oder Superabsorber ist dabei noch kombinierbar.

Nun, das richtige aus zu wählen, das fängt im Kopf des Behandlers an und so möchte ich hier berichten, das es sich nicht immer nur um Exsudat Bein abwärts es sich handelt. Nein, auch das Exsudat kann von „ganz oben“ kommen.

Am 18.August erhielt ich den Notruf. Ein 84 Jahre alter männliche Patient war aus dem Krankenhaus entlassen worden. Diagnosen:

Hochdifferenziertes Plattenepithelkarzinom, G 1, vom Aufbau her entsprechend einem Keratoakanthom, GTD 8,4 mm am Oberkopf zentral mittig. Cornu cutaneum auf bowenoider aktivischer Keratose KIN Grad HI mit Übergang in ein initiales Plattenepithelkarzinom, GTD 2,0 mm hochparietal links   Plattenepithelzellkarzinom, G II, Nx Mx, GTD 2,1 mm Hinterkopf rechts. Z.n. multiplen Epitheliomen Capillitium, Rumpf und untere Extremität.

Die Karzinome hatte man komplett ausgestanzt. Wie zu sehen teils bis auf die Schädeldecke. Man hatte dem Patienten ein paar Hydrokolloid Platten der Größe 10×10 mitgegeben. Derjenige, der diese Versorgung aufgebracht hatte, wusste auch, was dem Patienten wiederfahren wird. Wundexsudat wird vom Kopf abwärts sich seinen Weg suchen. Um dies zu vermeiden, legte der Behandler Kompressen über „seinen“ Wundverband. (Dieses „Kunstwerk“ hatte ich leider spontan schon zu Beginn meines Besuches entfernt, daher kein Bild) Gebracht hätte dies allerdings nicht den gewünschten Erfolg. Es sah nur absolut lächerlich aus.

Im Brief war weiter zu lesen, dass der Patient sich in 4 Wochen zur Transplantation wieder einfinden sollte. Ich sagte ihm, dass eine Transplantation wahrscheinlich nicht notwendig sei.

Procedere: Vorsichtiges Entfernen der Wundauflagen mit Auffangen des Exsudates. Gründliche Reinigung mit Prontosan und gründliche Rasur der Kopfhaut (wo der Verbandstoff zum aufliegen kam). Grund: Haare heben den Verband an. Luft kann ungehindert zur Wunde und trocknet diese aus. Aufbringen des Hydrofiber (Wunde tiefer als 5mm) und abdecken mit Mepilex Border. Durch die Krümmung des Kopfes mussten die Ränder zusätzlich fixiert werden. Nachts trug er zur Sicherheit einen Schlauchverband (zur Mütze umfunktioniert) Intervall: 2x pro Woche. Aller 3 bzw. 4 Tagen. Nun, der Patient hat sich nach 4 Wochen nicht vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Politik? Politik!

admin No Comments

Was „springt“ für die Menschen mit chronischen Wunden aus unserer Politik herraus? Werden Sie überhaupt gesehen?

Wie werden Leistungen Betreff der Behandlung von Menschen mit chronischen Wunden in unserer Gesellschaft gesehen. Ich höre Sie sagen: „großartig, das machen Sie gut“, „sie haben einen verantwortungsvollen Beruf“ usw. Aber vom Lob allein kann man keine Brötchen und dergleichen bezahlen, kann man sein Leben nicht bestreiten.

Ich werde auf dieser Seite in Artikeln Zeitzeugen hier zu Wort kommen lassen (wenn Sie es zulassen). Werde Berichten, wie mein Antrag auf Zulassung auf Heilkunde so in den Wirrungen der Krankenkassen bearbeitet wird.

Der Antrag wurde ab dem 24. März 2012 bis 15. Mai 2012 bei mehreren Krankenkassen gleichzeitig gestellt.

Unter anderem bei der AOK – Niedersachsen, Barmer-GEK, DAK, Landwirtschaftliche Krankenkasse Niedersachsen – Bremen und einer der vielen Betriebskrankenkassen, der Bahn BKK.

Beantworten wir uns die Frage: wie lange dauert die Umsetzung eines Gesetzes, Richtlinie usw. vom in Kraft treten bis zur Implementierung, des damit arbeiten.

Wie ehrlich sind die Krankenkassen zu sich selbst? Sie zeigen auf uns Gesundheitspartner, vermelden (angebliche) „Schlechtigkeiten“, das nicht korrekte arbeiten. Frei nach dem Motto: „wer so arbeitet, verdient nicht bezahlt zu werden, keine Erhöhung der Leistungsvergütung usw.“

Aber: wer im Glaushaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen…… Also: schauen wir uns den Werfer „Krankenkasse“ mal an. Es geht nicht um den Sachbearbeiter mit dem der Versicherte spricht. Nein es geht um die Menschen, die in den Krankenkassen die Vorgaben unserer Politik Real umzusetzen haben, die die „Finanzminister“ der Krankenkassen sind.

UND:

Es geht um schwerstkranke Menschen.

Ärgerlich, wenn „Experten“ keine „Experten“ sind.

Eckart.Schuster No Comments

Anfang Februar rief mich eine „alte Bekannte“ an und fragte an, ob ich Ihr helfen könnte. Vor Jahren hatte sie ein Platzbauch nach einer Darmoperation und dies hatten wir erfolgreich zur Abheilung gebracht. „Machen Sie auch Beine?“ hörte ich Sie fragen. „Sind Sie noch tätig?“ die zweite Frage. Beides bejahend wurde ein Termin vereinbart. Sie hatte sich das Bein, Unterschenkel oberhalb Knöchel, gebrochen. Das ganze war mit einer Platte versehen worden. Sie bekam einen Infekt, Platte musste raus – ein Ulcus blieb und wurde mit einem Schaum entsprechender Größe versorgt.

BMI über 35, Mobilität stark eingeschränkt, sichtbare Varicosis, Knöchelbrachialindex 0,9 (ermittelt mittels Doppler).

Neben der Wundauflage wurde meist auf das Anlegen einer Kompression verzichtet.

Ich erkläre Ihr, dass neben den Wundauflagen natürlich eine Kompression (Verband) notwendig sei. In diesem Gespräch erzählte Sie mir, dass der eine, oder andere Arzt da auch was gewickelt hat. Aber den Sinn verstand Sie nicht und da das Knie „dick“ wurde, hat Sie die Binden entfernt. Ich konnte sie überzeugen die Kompression (Schlauch-Kurzug 8/10 cm-Schlauch-Fixation mittels Haftbinde) zu tolerieren und die „Goldene“ Regel: 3xS = SITZEN ; STEHEN ; SCHLECHT/3xL = LAUFEN ; LIEGEN ; LOBENSWERT zu befolgen. Die Angst, einer erneuten Operation (Hauttransplantation) verflog schnell. Die Wunde (Anfangs 7,59 cm²) aber doch mit 4 -5  mm recht Tief, flachte innerhalb von 14 Tagen schnell ab und nach 30 Tagen war die Wunde in ihrer Größe auf 2,58 cm² geschrumpft. Zwei Verbandwechsel (in 10 Tagen) und das Ulcus gab es mal, so dachte ich.

Bei Operationen im Bauchraum gibt es natürlich Verwachsungen. Diese können Komplikationen, wie z.B. einen Ileus (Darmverschluss) verursachen. Starke Schmerzen im Abdominalbereich, Winde gehen nicht ab, kein Stuhlgang sind typische Symptome. Mit dem Verdacht auf einen Ileus musste Sie sich nun in einem Krankenhaus vorstellen.

Natürlich gibt es in jedem Krankenhaus einen mindestens einen Wundexperten und neben der akuten Situation wurde sich auch des Ulcus am Bein „angenommen“.

Man schnitt kurzerhand den kompletten Kompressionsverband auf und deckte das ganze mit einem Pflaster zu. „Mehr sei nicht mehr notwendig“ die dazugehörige Erklärung. Der Bitte, einen Kompressionsverband wieder anzulegen, wurde nicht nachgekommen.

Die Patientin hatte Glück. Kein Ileus! Aber auch „Pech“, denn das Epithelgewebe war verschwunden und der Defekt hatte seine „alte“ Größe wieder, wenn auch ohne Tiefe. Wasser, Wundexsudat spült alles weg und läßt Defekte schnell größer werden. Bei jedem Dammbruch (Hochwasser) in der Natur gut zu beobachten.

Ärgerlich, wenn Experten also keine sind.

Wenn der Hautdefekt als geschlossen angesehen wird….

Eckart.Schuster 4 comments

Sehr oft hört man, „die Wunde war schon einmal zu“, „die geht immer mal wieder auf, ich weiß auch nicht woran das liegt“ usw.

Die Frage ist, war der Defekt tatsächlich abgeheilt?
Eher nicht. Getrockneter Biofilm sieht für den Laien wie Haut aus. Darunter fühlen sich Bakterien sehr wohl und haben Sie sich ordentlich vermehrt „Platzt die Wunde“ für den Laien wieder auf.
Bild links: der Patient wollte nun die Bestätigung hören. Abgeheilt! Kein Exsudat im Verbandstoff (Mepilex Border light 4×5)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild rechts: die Wunde gereinigt. Zu früh gefreut?

Nun, das Risiko einer Wundinfektion besteht immer, vor allem bei sogenannten Bagatellwunden. Also kleinen Hautdefekten, die man nicht „so ernst“ nimmt. Das hat der Patient verstanden und hat sich bedankt.

Ursache nicht außer Acht lassen (Dekubitus)

Eckart.Schuster No Comments

Ich erhielt den Auftrag, „schauen Sie sich doch mal diese Wunde an“. Sie will einfach nicht abheilen und wir haben schon alles versucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein junger Mann, Jahrgang 76, hatte vor 20 Jahren einen Motorradunfall. Als Folge war sein rechter Arm komplett ohne Funktion. Er „hing“ leblos am Körper. Der junge Mann wollte, dass der Arm ihm abgenommen wird. Es fand sich kein Arzt. Nun, er lernte und konnte auch wieder Fahrrad fahren. Eines Tages, vor ca. 15 Jahren, stürzte er beim Fahrradfahren und verletzte sich am Ellenbogen des gelähmten Armes. Eine Platzwunde war die Folge und diese wollte einfach nicht zuheilen.

Keiner fragte sich: warum?

Ich besuchte Ihn und beobachtete. Als er sich hinsetzte, legte er seinen Arm auf der Tischplatte ab. Ich fragte, tun Sie das immer? Er bejahte und beim näheren Betrachten der Wunde konnte man dies auch gut sehen. Aus der Platzwunde war ein Dekubitus geworden und viel zu oft kam Druck auf die Wunde. So ein (lebloser) Arm wiegt was!

Ich erklärte Ihm das Problem und als erste „Notlösung“ fertigten wir aus Schaumstoff eine Schiene an, die im Gebiet des Ellenbogengelenkes ein Loch erhielt. Überzogen mit TG Schlauch wurde sie angelegt, sobald er sich hinsetzte. Der Ellenbogen wurde nicht mehr belastet. Sah natürlich alles ein wenig primitiv aus.

Er benötigte eine richtige Prothese, die speziell auf seinen Arm abgestimmt, nur von einer orthopädischen Fachwerkstatt angefertigt, werden konnte. Die Kosten wurden natürlich von der Krankenkasse übernommen. Allerdings, nachdem ein Kostenangebot eingeht. Das bedeutet: es geht nicht von heute auf morgen! Um es zu beschleunigen, sende ich die Wunddokumentation der Krankenkasse zu. Nun sind alle notwendigen Akteure im Boot.

Insgesamt waren 20 Verbandwechsel mit Tegaderm foam adh. entsprechender Größe (anfangs kombiniert mit Aquacel Ag Betreff Exsudat Management und Bakteriologie) notwendig. Reinigung erfolgte mit Prontosan/steriler Kompresse. Begründung für die Wahl dieses Produktes: der große Haftrand gibt einen guten Spielraum für das Gelenk, das Produkt löst sich auch bei Bewegungen nicht ab. Der Patient braucht bei der Durchführung der Grundpflege (Duschen) keine Sorgen betreff Kontamination Wasser/Seifengemisch usw. haben.

Fazit: der Sturz war Auslöser, der immer wieder auftretende Druck die Ursache des nicht Abheilen. Ohne Druckentlastung keine Heilung!

Kosten, die Mär von den 10 Minuten

admin No Comments

Verbandstoffe werden von der Industrie nicht ohne Gegenwert abgegeben. Dies ist logisch, auch wir wollen für unsere Leistung einen gerechten Gegenwert. Über „gerecht“ ließe sich natürlich trefflich „streiten“. Der Wettbewerb untereinander bringt zwar keine Preisangleichung, dafür aber eine Vielzahl von Verbandstoffgrößen zutage. Das Aufnahmevolumen von Wundexsudat, die Wärmeisolation der Wunde von der Umwelt ist genauso unterschiedlich wie die Abgabe (abdampfen ; Gasaustausch). Es gibt haftende und nicht haftende Verbandstoffe. Vor allem haftende Produkte können allergische Reaktionen hervorrufen. Vieles ist also bei der Auswahl der optimalen Wundauflage zu bedenken. Durch die Auswahl der Verbandstoffe erreicht man nun auch eine unterschiedliche Verweildauer/Wundruhe und somit eine unterschiedliche Anzahl an notwendigen Verbandswechseln. Diesen sollte kein Betroffener selber durchführen. Es reicht NICHT, sich einfach nur die Wundauflage auszutauschen. Diese Vorgehensweise führt zu den höchsten Kosten (die Leiden der jungen Frau k. -Teil 1) ohne Heilung!
Deshalb muss aber niemand nun ständig die Arztpraxis aufsuchen und in überfüllten Wartezimmern sich die Zeit vertreiben. Der Arzt hat die Möglichkeit, eine Verordnung häuslicher Krankenpflege dem Betroffenen mitzugeben. Dieser sucht sich einen Anbieter, einen ambulanten Pflegedienst, und beantragt die Leistung „Verbandwechsel“ bei seiner Krankenkasse. Nun gibt es Experten, die behaupten, die Krankenkasse gibt einen Minutenwert, angeblich 10, diesen Pflegediensten vor. Wenn dies so wäre, dann könnte man sehr gut verhandeln! Leider stimmt es nicht und es gibt auch nicht die eine Leistung „Verbandwechsel“, sondern eine Vielzahl von Leistungen, die im Zusammenhang stehen.
Natürlich haben die Krankenkassen mit den ambulanten Diensten Verträge geschlossen.  Zu jeder Leistung gibt es eine Beschreibung und eventuell zusätzliche Hinweise. Ist die Leistung “ Richten von Medikamenten für eine Woche“ genehmigt, so kann daneben nicht noch eine tägliche, orale Medikamentengabe abgerechnet werden. Das Wechseln eines Schmerzpflasters wäre aber möglich. Es wurde aber nicht nur für alle Leistungen (über 30) jeweils ein Preis festgelegt, es wurden auch zwei Höchstsummen für einen Hausbesuch vereinbart. Zumindest in Niedersachsen ist dies so.

Auch die Vergütung der Anfahrt ist geregelt und am Wochenende, feiertags und nach 20.00 Uhr wird die Summe verdoppelt. Werktags erhalten private Anbieter aktuell  3,37  €. Betreut man zwei Personen im gleichen Haushalt, halbiert sich die Summe. Gleiches gilt für das gleichzeitige Erbringen von Leistungen der häuslichen Krankenpflege (SGB V) und Leistungen aus der Pflegeversicherung (SGB XI). Und werden wieder zwei Personen im selbigen Haushalt versorgt, so wird geviertelt.
Wieviele Minuten  nun auf die Personalkosten zu veranschlagen sind, denn z.B. auch ein Pkw gibt es inklusive  aller Folgekosten (Steuer, Versicherung, Wartung, Kraftstoff usw.) nicht geschenkt, muss vom Dienstleister selber kalkuliert werden. Der Dienstleister hat halt nicht nur die Personalkosten. Miete/Finanzierung eines geeigneten Objektes, Büromitarbeiter, Versicherungen, Beiträge (zur Berufsgenossenschaft nicht wenig!) usw. usw. ja, nicht zu vergessen, er muss auch Rücklagen schaffen. Mitarbeiter/innen, die Krank sind, wollen bezahlt werden und der, der einspringt, auch. Nichts hält ewig. Anschaffungen fallen jedes Jahr an bzw. müssen nicht nur Pkw’s gewartet werden. Das Eichamt verlangt für die  Leistung: „Eichen eines RR-Meßgerätes“ natürlich Geld. Verbrauchsgüter wie Handschuhe, Händedesinfektionsmittel, Mundschutz usw. werden nicht von einer Krankenkasse gestellt. Alles muss aus der Leistungvergütung erwirtschaftet, bezahlt werden!
Hier zeigt sich, dass die Krankenkassen die ambulanten Leistungen viel zu gering vergüten.
Ausschnitt:
Kompressionsverband mit Wundversorgung 10,60 €, beider Unterschenkel 21,03 € (Höchstsatz). Die Wundgröße spielt KEINE Rolle! Medikamentengabe 2,86 €, Versorgung suprapubischer Katheter 3,49 €, Kompressionstrümpfe (ab CCL II) An- oder Ausziehen  3,15 €, Kompressionsverband anlegen 4,60 €, Verband anlegen/wechseln 4,90 €.
Höchstsätze: 16,50 € bzw. erhöht, wenn bestimmte Leistungen mit erbracht werden 21,03  €.
Über Minuten wird aktuell NICHT verhandelt! Aber, Mitarbeiter/innen werden nach Zeit, die Einrichtung nach Leistung vergütet.  Wir müssen also erst einen Zusammenhang zwischen Leistungsvergütung und benötigter Zeit bei den Vertragsverhandlungen zwischen Krankenkasse und Anbieter herstellen. Bei Frau K. benötigte ich anfangs mindestens 90 Minuten für Verbandwechsel, Edukation und Dokumentation.
Mein Vorschlag an Herrn Minister Rösler:
Sie fordern und möchten eine bessere Vergütung von Pflegekräften erreichen. Das ist gut.  (In Ihrem Bundesland Niedersachsen ist der Markt an Fachkräften bereits „leergefegt“. Es ist schwer Menschen für diesen Beruf zu begeistern. An erster Stelle wird als Grund die Verdienstmöglichkeit genannt.) Gleichzeitig ermahnen Sie aber auch die Krankenkassen, so wenig wie möglich an Geld auszugeben. Von dort kommt aber das Geld.
Vorschlag: Sie sollten den Krankenkassen und den Anbietern den Auftrag erteilen, ja Sie verbindlich Auffordern, dass  die Höchstsätze an einen Stundenlohn gekoppelt werden. Dieser Stundenlohn sollte absolut konkurrenzfähig zu Löhnen der Industrie stehen. Also  keine  7,50 €.
Die Gesundheit ist unser wertvollstes Gut!? Diese Aussage halte ich aktuell für  leeres Geschwätz. Sobald man den Wert  zu einer Summe definiert, scheint jede Aktie wertvoller zu sein.

Dekubit – Digitale Wunddokumentation

Einfach zu bedienen, übersichtlich und flexibel: Unsere umfassende Digitale Wunddokumentation unterstützt Sie effizient bei Ihrer täglichen Arbeit – damit Sie wieder mehr Zeit für Ihre Patienten haben.

JalomedWD

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Durch engagierte Zusammenarbeit von Praktikern aus dem medizinischen Bereich und Softwareentwicklern entsteht eine Software, die sich an die Anforderungen Ihres Einsatzbereiches anpassen läßt. Überschaubar, schnell und einfach werden Dateneingaben mittels Tastatur, Maus oder Stift auf dem Tablett-PC oder Barcodescanner vorgenommen.

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